Aufruf zum Welt-Lepratag am 27. Januar 2008

Alois Poeschmann ist ehemaliger ehrenamtlicher Praesident der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe

Die älteste Krankheit der Welt - Lepra ist aktueller denn je von DAHW-Präsident Alois Pöschmann


Lepra – viele von uns haben diese Krankheit verdrängt und vergessen: wahrgenommen wird sie lediglich in Filmen oder historisch als "Krankheit der Bibel oder des Mittelalters“, zumeist dargestellt als "Strafe Gottes“. Dabei ist diese Krankheit heute noch sehr aktuell: Rund 600.000 Menschen werden allein in diesem Jahr neu an Lepra erkranken, weniger als die Hälfte davon werden medizinisch diagnostiziert und behandelt.

Auch heute noch werden Leprakranke versteckt oder ausgestoßen, gilt die Krankheit als "Strafe Gottes“ und die Erkrankten als "unrein“ – genau so, wie die Krankheit als "Aussatz“ bereits im alten Testament der Bibel Erwähnung findet. Trotz der modernen Medizin und der heutigen Möglichkeit, die Krankheit zu heilen, werden die betroffenen Menschen oftmals immer noch ausgestoßen und vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Dies betrifft nicht nur Patienten selbst, sondern auch ihre gesamte Familie: Kinder von Leprakranken müssen die Schule verlassen und haben kaum eine Chance auf Zukunft. Kinder, die selbst an Lepra erkrankt sind, haben einen noch schwierigeren Stand – rund 10% aller Leprakranken sind Kinder, die eine besondere Hilfe und Betreuung benötigen.

Trotz Heilung ihrer Krankheit leiden weltweit rund 4 Millionen Menschen an den körperlichen Folgen der Lepra: Durch Verstümmelungen sind sie oftmals kaum in der Lage, ihr Leben allein zu meistern. Behinderte haben in vielen Entwicklungsländern ohnehin einen schwierigen Stand, als ehemalige Leprapatienten noch weitaus mehr.

Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) nimmt sich seit 50 Jahren dieser Menschen an – nicht nur rein medizinisch durch die Behandlung der Erkrankten: Sie geht zu den ausgestoßenen Menschen und zu denen, die diese ausgestoßen haben und lässt die von dem Stigma der Lepra betroffenen Menschen wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben. In den von der DAHW unterstützten Hilfsprojekten wird aus den langjährigen Erfahrungen heraus ganzheitlich gearbeitet: Patienten werden geheilt, Behinderte werden gezielt gefördert, Kinder bekommen eine Ausbildung und allen Menschen wird die Botschaft vermittelt, dass diese Krankheit heilbar ist und die Betroffenen nicht mehr ausgestoßen werden müssen.

Liebe Leserinnen und Leser, diese Arbeit muss unbedingt weitergeführt, ja sogar ausgebaut werden. Wir wollen erreichen, dass alle Menschen, die neu an Lepra erkranken, auch rechtzeitig entdeckt und behandelt werden können. Dafür brauchen wir Ihre Hilfe, sowohl als Spender wie auch durch aktive Unterstützung.

Ich bitte Sie, die Arbeit der DAHW aktiv durch ehrenamtliche Teilnahme an den Aktionen oder durch finanzielle Hilfe zu unterstützen.

Kontakt: Jochen Hövekenmeier, Tel: (0931) 7948-130, presse@dahw.de

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