Bundesverdienstkreuz für DAHW-Mitarbeiter

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Brasilien: Manfred Göbel für unermüdliche Hilfe ausgezeichnet


"Ich bin glücklich über jeden, dem ich helfen kann“ – Begeisterung liegt in Manfred Göbels Stimme, wenn er von seinem Engagement für Kranke und Ausgestoßene erzählt.  Seit seiner Jugend im bayerischen Eichstätt, wo er 1953 geboren wurde, wollte er sich für die Armen in der "Dritten Welt“ einsetzen. Jetzt kann er auf bereits 26 Jahre Hilfe zurückblicken. 1979 ging er nach seiner Ausbildung zum Krankenpfleger im Auftrag der DAHW nach Brasilien, wo er seitdem Tausenden Menschen beistehen konnte.

Für seinen erfolgreichen Einsatz wurde er bereits zum Ehrenbürger des brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso ernannt. Im Oktober 2005 ist er zusätzlich von Bundespräsident Horst Köhler mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Der deutsche Botschafter in Brasilien hat dem DAHW-Mitarbeiter am 12. Dezember den Orden in Anwesenheit des Gouverneurs von Mato Grosso persönlich übergeben. "Die Auszeichnung ist nicht nur für mich eine Anerkennung“, sagt Manfred Göbel. "Es ist auch Lob an die DAHW und eine Ehrung der Spender, die unsere Arbeit erst möglich gemacht haben.“

Manfred Göbel wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Seit Januar 2005 ist der Familienvater, der mit einer brasilianischen Ärztin verheiratet ist, der neue DAHW-Repräsentant in dem größten südamerikanischen Land. Zu seinen Aufgaben gehört die Koordination der DAHW-Projekte in fünf Bundesstaaten. Außerdem stimmt er federführend die Zusammenarbeit mit den staatlichen Gesundheitsbehörden ab.

Die Hilfe ist dringend notwendig: Tuberkulose breitet sich in Brasilien mehr und mehr aus. Auch Lepra ist ein großes Problem: Jährlich erkranken rund 50.000 Menschen und sind von Behinderung und Ausgrenzung bedroht. Nur in Indien gibt es mehr Leprakranke.

Manfred Göbel ist regelmäßig unterwegs, um in den staatlichen Behandlungszentren die  Lepra- und Tuberkulose-Arbeit zu verbessern. Seine Aufgaben sind vielseitig. Er sorgt dafür, dass die Kranken Medikamente erhalten. Er kümmert sich darum, dass Patienten mit empfindungslosen oder verkrüppelten Füßen orthopädische Schuhe angepasst werden. Und er setzt sich für eine qualifizierte Ausbildung der Mitarbeiter im staatlichen Gesundheitswesen ein, damit sie Leprakranke frühzeitig erkennen und behandeln.

Den Patienten immer im Blick: Manfred Göbel. Foto: DAHW / Martina Vornberger

Den Patienten immer im Blick: Foto: DAHW / Martina Vornberger

Während Manfred Göbel früher hauptsächlich an der Basis mitarbeitete und viele wochenlange Buschtouren unternahm, nimmt er heute als DAHW-Repräsentant an wichtigen Entscheidungen auf  Landes- und Bundesebene zu Fragen des brasilianischen Gesundheitswesens teil.

Infolge seiner Fahrten auf den zahlreichen mit Schlaglöchern übersäten Straßen leidet er mittlerweile an einem Bandscheibenschaden. Doch in Brasilien lauern noch ganz andere Gefahren: Der Entwicklungshelfer gerät immer wieder in Konflikte zwischen Landlosen und Großgrundbesitzern. "Die Gefahr einer Geiselnahme besteht immer“, so der gebürtige Eichstätter. Selbst Morddrohungen von lokalen Machthabern, denen seine Hilfe für die Armen ein Dorn im Auge ist, hat Manfred Göbel erlebt.  "Aber davon habe ich mich nie abschrecken lassen“, sagt er überzeugend. "Die Kranken brauchen Hilfe.“

von Thorsten Beil

 

-> Manfred Göbel kommt nach Deutschland

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