China reagiert auf Protest der DAHW

Diskriminierung von Lepra-Patienten ist gestoppt


(Würzburg, 29. Juli 2008). Die chinesische Regierung hat auf den scharfen Protest der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) und Menschenrechtsorganisationen anderer Länder gegen die Einreisebestimmungen reagiert. Laut einer Meldung der staatlichen Internetplattform china.org.cn wurde das Einreiseverbot von Lepra-Patienten ab sofort aufgehoben. Diese Änderung gelte demnach auch über die Olympischen Spiele hinaus.

Auf der Website der chinesischen Regierung begründet ein verantwortlicher Beamter für die Einreisebestimmungen diesen Schritt mit der Unterzeichnung der Resolution 8/13 des UN-Menschenrechtsrates. Darin hatte sich auch China verpflichtet, sämtliche diskriminierenden Maßnahmen aufgrund einer Lepra-Erkrankung abzuschaffen.

"Wir sind froh, dass unser Protest Wirkung gezeigt hat und diese staatliche Diskriminierung endlich beendet wurde“, reagiert DAHW-Geschäftsführer Jürgen Hammelehle auf diese Ankündigung: "Dies ist ein wichtiger Schritt zu einer menschenwürdigeren Behandlung von kranken und behinderten Menschen in China.“

Ein Patient mit einer Leprainfektion ist bereits wenige Tage nach Beginn der Behandlung nicht mehr infektiös.

Im Jahr 2006 (neuere Zahlen werden erst in einigen Wochen vorliegen) wurden weltweit fast 260.000 Menschen als neue Lepra-Patienten statistisch erfasst. Experten aus aller Welt gehen allerdings davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Neuinfektionen deutlich höher liegt. Rund vier Millionen Menschen müssen mit Behinderungen aufgrund dieser Krankheit leben und werden oftmals vom öffentlichen Leben ausgegrenzt.

Weitere Diskriminierungen gegen kranke Menschen bleiben bestehen

Menschen mit Tuberkulose, HIV oder geistigen Behinderungen verweigern die chinesischen Behörden auch nach dieser Ankündigung immer noch die Einreise. Aus diesem Grund wird die DAHW weiter gegen die diskriminierenden Einreisebestimmungen der VR China protestieren.

Ausdrücklich dankt DAHW-Geschäftsführer Hammelehle dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sowie Politikern aus den Regierungsfraktionen für die bislang geleistete Unterstützung: "Gemeinsam hoffen wir alle, dass durch den Druck der Öffentlichkeit auch die weiteren Verletzungen der Menschenrechte fallen – besonders die der Rechte von kranken und behinderten Menschen, die sich nur selten selbst dagegen wehren können.“

-> Beteiligen Sie sich am Protest gegen Diskriminierung

 

Kontakt: Jochen Hövekenmeier, Tel: (0 93 1) 79 48-130,
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