DAHW 40 Jahre in Kolumbien

DAHW-Repräsentant Alberto Rivera mit Vertretern der Dachorganisation Felehansen. Foto: DAHW

DAHW-Repräsentant Alberto Rivera (Mitte) mit Sozialarbeiterin Martha Barbosa (links), medizinischem Berater Dr. Libardo Gomez und der Präsidentin der Dachorganisation Felehansen, Mariela Rivas. Foto: DAHW

Die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe in Kolumbien verzeichnet große Erfolge in gemeindenaher Rehabilitation. Seit 40 Jahren ist das Hilfswerk in Kolumbien tätig. Mit 45,5 Millionen Einwohnern ist das Land nach Brasilien der bevölkerungsreichste Staat Südamerikas. 74 Prozent der Gesamtbevölkerung leben in den Ballungsgebieten und Städten. Kolumbien ist eigentlich ein reiches Land. Nur ist der finanzielle Reichtum auf wenige Menschen beschränkt, die sich gegenüber der großen Mehrheit abschirmen.


(Würzburg / Bogotá, 15. September 2014). "Eigentlich begann die Hilfe durch die DAHW schon 1960", beschreibt DAHW-Repräsentant Alberto Rivera die Arbeit vor Ort. "Damals jedoch mit sehr geringen Beträgen. Erst ab 1974 wurde es eines der Schwerpunktländer der DAHW."

Als ihr Vertreter in Kolumbien unterstützt er gemeinsam mit seinem Team das Nationalprogramm für TB und Lepra. Drei Programmschwerpunkte machen die Lepra-Arbeit in Kolumbien aus: Die Unterstützung des Nationalprogramms durch Ausbildung und Beratung, die direkte Unterstützung von Patienten in der Prävention von Behinderungen durch Hilfsmaterialien, wie speziellem Schuhwerk, sowie die Unterstützung und den Aufbau von Selbsthilfegruppen von Menschen mit Lepra.

Gemeinsam mit DAHW-Mitarbeitern, Patienten und Gästen wurde das Jubiläum in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá gefeiert. DAHW-Vorstandsmitglied und Tropenmediziner Professor August Stich zeigt sich in seiner Festrede beeindruckt darüber, wie die CBR-Arbeit im Land aufgebaut wird: "Ich bin bewegt zu sehen, wie und in welchem Umfang Lepra-Patienten sich gegenseitig unterstützen, Netzwerke aufbauen und ihre Rechte einfordern."

DAHW-Mitarbeiterin Dr. Eva-Maria Schwienhorst ergänzt, dass die soziale Stellung von Lepra-Patienten in den letzten Jahren durch die Arbeit der Selbsthilfegruppen enorm verbessert werden konnte. Während der Feierlichkeiten wurde offensichtlich, wie groß der Anteil der DAHW an diesem Aufbauprozess über die Jahre war. "Die DAHW ist ein angesehener Partner, auch im Bereich der Ausbildung des Gesundheitspersonals", betont die Ärztin.

In diesem Jahr konnte die DAHW durch ihre Beratungstätigkeit gegenüber der Regierung erreichen, dass bei jedem Patienten regelmäßig und systematisch die Nervenfunktion überprüft wird. "Mediziner der DAHW haben dazu das Formular entwickelt. Ein Standard, der leider in vielen Ländern nicht umgesetzt wird", ergänzt Rivera.