DAHW-Partner in Nepal von Erdbeben betroffen

Erdbebenopfer werden auch in Indien medizinisch versorgt


(Würzburg, 27. April 2015). Die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe bangt um die Menschen in ihren Hilfsprojekten in Nepal. Die drei Projektpartner in Pokhara und Kathmandu hatten bislang keine Möglichkeit, über Verletzte oder Zerstörungen zu berichten. Inzwischen versuchen DAHW-Mitarbeiter aus Indien, Kontakt im Norden Indiens aufzunehmen und Hilfe zu organisieren.

Das Duncan Hospital in der indischen Grenzstadt Raxaul im Staat Bihar, ebenfalls ein DAHW-Partner, leistet bereits Hilfe über Grenzen hinweg: Dort werden Verletzte aus dem Nachbarland behandelt. DAHW-Mitarbeiter in Indien prüfen derzeit, was dort benötigt wird, um die steigende Zahl von Verletzten und Obdachlosen zu versorgen.


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DAHW-Geschäftsführer Burkard Kömm befürchtet, dass viele von Lepra betroffene Menschen unter den Opfern sein werden. Diese Menschen, die ohnehin unter ständiger Ausgrenzung leiden, leben zumeist in Häusern, die einem solch schweren Erdbeben nicht standhalten können oder in abgelegenen Dörfern, zu denen die Retter und Helfer wohl erst in einigen Tagen vordringen können.

Ärmliche Behausung eines Lepra-Patienten in NepalWohn- und Kochstätte eines von Lepra Betroffenen und seiner Familie in Nepal. Foto: Rolf Bauerdick

Mit den eigenen Mitarbeitern in Indien sowie den langjährigen Projektpartnern in Nepal ist die DAHW gut aufgestellt, um schnelle sowie nachhaltige Hilfe zu leisten. Spenden, die bei der DAHW eingehen, werden über diese Projektpartner entweder direkt an die bedürftigen Menschen in Nepal gehen oder, falls die Partner selbst nicht mehr in der Lage sein sollten, über das Bündnis Entwicklung Hilft (BEH) nach Nepal fließen. Dieses Prinzip hat sich bei den vergangenen Katastrophen in Pakistan (Erdbeben und Flutwelle) bereits etabliert. Die DAHW ist assoziiertes Mitglied im BEH.

Die DAHW-Projektpartner NELRA (Nepal Leprosy Relief Association) und Sewakendra arbeiten von der Hauptstadt Kathmandu aus und betreiben ein Ambulanz-Hospital und eine Schule sowie ein Kinderheim, ein Mädchenheim, ein Jungenheim und ein Seniorenheim für Menschen, die mit den Folgen von Lepra oder mit Diskriminierungen aufgrund der Krankheit leben müssen, was in Nepal bis heute üblich ist.

Von Pokhara aus, ebenfalls nicht weit vom Epizentrum, betreibt der DAHW-Partner INF (International Nepal Fellowship) ebenfalls Kliniken sowie ein CBR-Programm (Community Based Rehabilitation – Rehabilitation im gewohnten Umfeld) zur Unterstützung von Menschen mit Behinderung.

Derzeit ist unklar, ob und in welchem Ausmaß die Hilfsprojekte der Partner zerstört sind und ob Mitarbeiter oder Patienten zu Schaden gekommen sind. Das schwere Erdbeben hat zu viel an Infrastruktur zerstört, so dass kaum ein Telefon oder Internetanschluss funktioniert. Die DAHW arbeitet allerdings daran, direkt sowie über ihre Mitarbeiter in Indien diese Lücken in der Kommunikation schließen zu können.


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