Ebola-Unterstützung der DAHW und ihrer Partner

"Die DAHW wird kein Ebola-Hilfswerk" (Burkard Kömm, Geschäftsführer DAHW)


(Würzburg, Oktober 2014) Die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe unterstützt bereits seit Beginn des Ebola-Ausbruchs die Organisationen, die Ebola-Hilfe aktiv betreiben können und hat ihre eigenen Gesundheitseinrichtungen und die von ihren Partnern weiter geöffnet gehalten und damit die Grundversorgung in einigen Gebieten in Liberia und Sierra Leone gesichert.

Auch andere Partner-Organisationen der ILEP (internationale Vereinigung der Lepra-Hilfswerke) arbeiten so wie die DAHW: Durch die Lepra-Arbeit und die darauf aufbauende CBR-Arbeit sind die Mitarbeiter der Lepra-Hilfswerke in ihren Regionen sehr gut vernetzt mit zahlreichen Gesundheitshelfern vor Ort sowie anderen Multiplikatoren. Sie kommen daher in fast jedes kleine Dorf, selbst in abgelegenen Gebieten. Diese Strukturen sind äußerst wichtig beim Kampf gegen Ebola, weil sie das fehlende Gesundheitssystem ersetzen.

Die ILEP-Mitglieder haben daher ein Fünf-Punkte-Programm beschlossen:

  1. Förderung der home-based-care: Nur für jeden vierten Patienten in Liberia oder Sierra Leone gibt es einen Platz in einem Ebola-Behandlungs-Zentrum. Je mehr Menschen sich infizieren, umso mehr müssen außerhalb dieser isolierten Bereiche behandelt oder einfach nur untergebracht werden. Eine mögliche Lösung ist die home-based-care: Angehörige werden geschult, sich um ihre Kranken zu kümmern, ohne sich selbst zu infizieren.
  2. Train the Trainer: Durch die Strukturen der Lepra-Hilfswerke werden viele Multiplikatoren erreicht, die als Trainer die Schulungen für die home-based-care durchführen sollen. Mitarbeiter der DAHW und ihrer Partner werden derzeit ausgebildet, um diese Trainer auf ihre Aufgaben vorzubereiten. Ein zentraler Punkt dabei ist immer der Selbstschutz, um weder sich selbst noch andere Menschen zu infizieren.
  3. Information der Bevölkerung: Ein großer Fehler der Ebola-Arbeit war es, dass in vielen Dörfern die Ebola-Teams aufgetaucht sind, ohne dass es vorherige Informationen gab. Das Auftauchen in kompletten Schutzanzügen ohne Ankündigung hat oft für Missverständnisse gesorgt und die Vorurteile sowie Mythen rund um Ebola weiter wachsen lassen. Die Gesundheitshelfer der Lepra-Hilfswerke nutzen ihre langjährigen Kontakte, um dies künftig zu vermeiden und die Botschaften der Ebola-Teams besser zu verbreiten.
  4. Stärkung des „Alltags“ im Gesundheitswesen: Gesundheitseinrichtungen der betroffenen Staaten sind zumeist geschlossen, weil Mitarbeiter geflohen oder nach einer Infektion gestorben sind. Selbst, wenn sie Schutzausrüstungen hatten, haben sie kein Training zu dessen Nutzung bekommen. In den durch die ILEP-Organisationen unterstützten Einrichtungen ist es anders: Zwar ist eine „normale“ Lepra-Arbeit kaum mehr möglich, jedoch arbeiten diese Einrichtungen mit ihrem Personal weiter und dienen so als Anlaufstelle für Kranke in ihren Regionen.
  5. Planung für die Gesundheitssysteme für die Zeit nach Ebola: Schon vor dem Ausbruch waren die Gesundheitssysteme in Sierra Leone und Liberia nur sehr schwach ausgebildet – ein Grund für die rasante Ausbreitung der Krankheit. Der Fokus wird darauf liegen, die Systeme wieder aufzubauen. Als „Keimzelle“ dafür können die Strukturen der Lepra-Arbeit dienen.

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