Knapp an der Katastrophe vorbei

Neue Häuser im Erdbebengebiet

DAHW-Geschäftsführer Burkard Kömm besichtigt ein nach dem Erdbeben von 2005 vom DAHW-Partner ALP neu aufgebautes Dorf im Norden Pakistans. Foto: Bernd Hartung/DAHW

Schweres Erdbeben in Pakistan bleibt fast ohne Folgen


Das schwere Erdbeben in der Nacht zu Mittwoch im Westen Pakistans ist glücklicherweise glimpflich ausgegangen. Mitarbeiter von Partnerorganisationen der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe melden lediglich rund 200 beschädigte Häuser. Menschen sollen bei dem Erdbeben mit Stärke 7,3 nicht zu Schaden gekommen sein.

(Würzburg, 21. Januar 2011). Es war eines der stärksten Beben der vergangenen Jahre und noch in 1.000 Kilometern Entfernung deutlich zu spüren. Doch die Menschen in Pakistan hatten diesmal doppeltes Glück: Das Epizentrum lag nicht nur im sehr dünn besiedelten Westrand Belutschistans, sondern auch noch mehr als 70 Km tief unter der Erde.

Zum Vergleich: Das Erdbeben im Oktober 2005 mit mehr als 80.000 Todesopfern war mit 7,8 kaum stärker. Allerdings lag damals das Epizentrum nur 10 Km unter der Oberfläche und im dichter besiedelten Kaschmir. Nur drei Jahre später machte ein Erdbeben in Belutschistan über 100.000 Menschen obdachlos – trotz der vergleichsweise „geringen“ Stärke von 6,4.

Ein halbes Jahr nach der Flutkatastrophe mussten die Menschen in dem südasiatischen Land das Schlimmste befürchten, als sie in der Nacht das Beben spürten. Doch die Meldungen aus der Region an den folgenden Tagen ließen die Mitarbeiter der DAHW-Partner aufatmen.

Die DAHW unterstützt ihre Partnerorganisationen MALC (Marie Adelaide Leprosy Centre) und ALP (Aid to Leprosy Patients) beim Wiederaufbau nach der Jahrhundertflut. Zerstörte Dörfer, Schulen und Gesundheitsposten müssen wieder aufgebaut werden und die Bauern brauchen Saatgut und Zuchtvieh, damit die Menschen Pakistans nicht länger von Lebensmittelhilfen abhängig sind als nötig.

Trotz dieser großen Anstrengungen muss die „Alltagsarbeit“ der DAHW und ihrer Partner weiter gehen: beispielsweise Diagnose und Behandlung der Menschen, die an Lepra oder Tuberkulose erkrankt sind, Rehabilitation für Menschen mit Behinderung, und vieles mehr.

Gerade bei diesen Infektionskrankheiten sind die Kontrollprogramme enorm wichtig. In allen Ländern, in denen diese Arbeit durch Kriege oder Naturkatastrophen vernachlässigt wurde, sind die Zahlen von Neuerkrankungen oder Rückfällen enorm gestiegen.


Die DAHW wurde 1957 als „Deutsches Aussätzigen-Hilfswerk“ gegründet. Im Kampf gegen Lepra und Tuberkulose unterstützt die DAHW derzeit 232 Hilfsprojekte in 27 Ländern mit mehr als 10,5 Mio. Euro.