Fragen und Antworten zu Ebola

Antworten zu Ansteckungsgefahr, Übertragung, Symptomen und Behandlungswegen


Wie überträgt sich das Virus?

Eine Infektion ist nur über Körperflüssigkeiten möglich, es muss also einen Körperkontakt geben. Eine Übertragung an Türklinken ist so gut wie ausgeschlossen, auch bei anderen Gegenständen wie Wasserhähne oder Kaffeetassen. Schweiß ist nicht infektiös, und selbst wenn Viren über andere Körperflüssigkeiten auf Gegenstände gelangen sollten, werden sie absterben, sobald die Flüssigkeit abtrocknet.

Welche Symptome gibt es im Krankheitsverlauf?

Frühestens zwei und spätestens 21 Tage nach der Infektion fühlt man sich schwach und bekommt Fieber, Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen. Später kommen Durchfall und Erbrechen sowie ein Hautausschlag hinzu, es können auch Blutungen der Schleimhäute im Magen-Darm- und Genitaltrakt auftreten. In der letzten Phase der Erkrankung versagen Leber, Nieren und andere Organe, viele Patienten sterben dann durch Herz-Kreislauf-Versagen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung kann ausschließlich symptomatisch erfolgen: mit fiebersenkenden sowie schmerzstillenden Mitteln und der Zufuhr von viel Flüssigkeit. Je intensiver und professioneller diese Behandlung erfolgt, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, die Krankheit zu überleben.

Sind Flüchtlinge ein Risiko für die Verbreitung von Ebola?

Definitiv nicht! Die meisten Asylbewerber stammen aus Ländern, in denen es keine Ebola-Infektionen gibt. Aus den endemischen Ebola-Ländern Liberia, Guinea und Sierra Leone kamen lediglich knapp 1.200 Flüchtlinge nach Deutschland (Januar bis September 2014). Selbst die sind keine Gefahr: Ihr langer Weg durch die Sahara und über das Mittelmeer ist innerhalb der Inkubationszeit von 21 Tagen nicht zu schaffen.

Kann man sich beim Arzt im Wartezimmer anstecken, wenn dort auch ein fiebriger Patient sitzt?

Nein! Dass in Deutschland ein Patient tatsächlich mit Ebolaviren infiziert ist, ist unwahrscheinlicher als ein Jackpot beim Lotto. Er müsste innerhalb der vergangenen drei Wochen in den betroffenen Ländern gewesen sein oder Kontakt zu Infizierten gehabt haben. Und selbst, wenn jemand infiziert ist: solange man ihn nicht berührt, besteht keine Gefahr.

Besteht Gefahr, wenn im Flugzeug Reisende aus Westafrika sitzen?

Grundsätzlich besteht keine Gefahr, solange niemand Symptome zeigt. Sollten diese auftreten, muss die betroffene Person in einem separierten Bereich sitzen und eine eigene Toilette bekommen. Eine Ansteckung ist nicht über die Luft möglich, sondern nur über Körperflüssigkeiten. Mit einfachen Mitteln kann das Infektionsrisiko also deutlich gesenkt werden.

Wie kann ich mich schützen, wenn z.B. ein Kollege in Westafrika war?

Das Ansteckungsrisiko auf Reisen ist sehr gering. Wer zudem die Regeln in den endemischen Gebieten einhält, wird sich selbst – und damit seine Umgebung nach der Rückkehr – kaum gefährden können. Solange ein Mensch, der in diese Gebiete reist, verantwortlich handelt, besteht also keine Gefahr. Allerdings sollte diese Verantwortung auch nach der Rückkehr weitergehen: Sobald sich auch nur die kleinsten Anzeichen von Symptomen zeigen, sollte man jeglichen Kontakt zu anderen Menschen vermeiden und sich direkt in fachkundige Behandlung begeben.

Warum werden nicht alle Flugverbindungen in die Ebola-Länder gestrichen?

Experten lehnen dies ab, ebenso wie die Schließung aller Grenzen. Der wichtigste Grund: Diese Maßnahmen würden auch alle Möglichkeiten der Helfer einschränken – medizinisches Personal und Ausrüstung käme nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen einreisen. An der natürlichen Migration der Menschen in Westafrika würden die Maßnahmen ohnehin kaum etwas ändern: Die Grenzen sind oft unklar und nicht zu überwachen.

Internet-Mythen: Ebola-Viren stammen angeblich aus einem geheimen B-Waffen-Labor, das Virus mutiert und soll dann per Luft übertragen werden, etc.

Das Internet ist voll von Verschwörungstheorien, die oft auf Hollywood-Geschichten basieren. Die meisten der Horror-„Meldungen“ über Ebola im Internet stammen offensichtlich aus dem Film „Outbreak“. Fakt ist: Ebola ist spätestens seit 1976 dokumentiert, das eng verwandte Marburg-Virus sogar schon einige Jahre zuvor. Damals war eine genetische Manipulation der Viren – wie im Film beschrieben – noch nicht möglich.

Fazit:

Niemand kann ausschließen, dass mit Ebola infizierte Menschen nach Deutschland (zurück)kommen, auch nicht mit drakonischen Maßnahmen. Selbst eine Infektion in Deutschland kann somit nicht vollständig ausgeschlossen werden. Allerdings ist es wahrscheinlicher, sich in Deutschland mit Lepra oder Tuberkulose zu infizieren als mit Ebola.

Die Behandlung eines an Ebola erkrankten Menschen in Deutschland ist zudem besser und erfolgversprechender als in den Ländern Westafrikas, auch das gesamte Gesundheitssystem inklusiv der Notfallprotokolle der Seuchenkontrollgesetze kann man nicht vergleichen. Einzelne Infektionen werden in einem Land wie Deutschland nicht zur massenhaften Verbreitung der Krankheit führen.


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