Frauen sind Aids oft schutzlos ausgeliefert

Indien: Besonders Prostituierte sind von HIV bedroht

Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe klärt in Afrika und Indien über HIV-Infektion auf.


(Würzburg, 23.11.2004) In der "Dritten Welt" sind Frauen infolge von sexueller Ausbeutung oft schutzlos der Immunschwäche Aids ausgeliefert. Darauf weist die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) anlässlich des Welt-Aids-Tags am 1. Dezember hin, der das Thema "Frauen, Mädchen, HIV und Aids" aufgreift.

Laut UNAIDS ist vor allem in Afrika die Wahrscheinlichkeit, sich mit HIV zu infizieren, für junge Frauen mehr als doppelt so hoch wie für junge Männer. "Eine wesentliche Rolle spielen dabei die sozialen Verhältnisse", erklärt Thomas von Stamm, medizinischer Berater der DAHW.

"So bleibt zum Beispiel Frauen in Nigeria, wo die DAHW in einem Projekt TB und Aids gemeinsam bekämpft, oft nur die Prostitution, um der Armut zu entfliehen", berichtet der Mediziner. "Viele Mädchen werden Opfer der so genannten Sugar Daddys - älterer, oft HIV-positiver Männer, die die Notlage der Mädchen ausnutzen und ihnen für Sex das Schulgeld bezahlen. Dadurch werden die Teenager häufig mit HIV infiziert."

Ähnliche Situationen gibt es in Indien. Unzählige Frauen arbeiten dort als Prostituierte, um ihre Familien vor dem Elend der Slums zu bewahren. Mitarbeiter eines Aids-Projekts in Mumbai (Bombay), das unter anderem von der DAHW unterstützt wird, klären in der Risikogruppe über Aids auf.

Viele der gewalttätigen Freier lehnen es ab, Kondome zu benutzen. "Dank der Initiative des Projekts ist es gelungen, dass die betroffenen Frauen sich organisieren. Mehr und mehr wird der Gebrauch von Kondomen üblich. Außerdem haben Vergewaltigungen durch Polizisten, die früher die Regel waren, aufgehört", so Thomas von Stamm.

Die DAHW bekämpft in sechs Projekten in Afrika und Indien Aids und TB gemeinsam. DAHW-Mitarbeiter bieten unter anderem HIV-Tests an und klären über Ansteckungswege auf. Die Patienten erfahren, wie man sich und andere schützen kann und welche Behandlungsmöglichkeiten es vor Ort gibt.

TB ist oft eine Folge der Immunschwäche Aids. In den Ländern Afrikas, in denen die DAHW Hilfe leistet, sind meist mehr als die Hälfte aller TB-Patienten mit HIV infiziert. "Deshalb wird der Kampf gegen Aids für uns immer wichtiger", betont DAHW-Geschäftsführer Jürgen Hammelehle. Die DAHW ist Gründungsmitglied des Aktionsbündnisses gegen Aids. Jürgen Hammelehle ist einer der Sprecher des Bündnisses.

Jürgen Hammelehle und Thomas von Stamm stehen telefonisch für Interviews zur Verfügung.

Kontakt: Thorsten Beil, DAHW-Pressereferent, Tel.: 0931-7948-130, E-Mail: thorsten.beil@dahw.de 

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-> Statement des DAHW-Geschäftsführers

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