Frauen und Gesundheit

Leprapatientinnen werden in vielen Ländern von der Gesellschaft diskriminiert

Leprapatientinnen werden in vielen Ländern von der Gesellschaft diskriminiert. Foto: Enric Boixadós

DAHW und ILEP setzen neue Richtlinien. Der Internationale Frauentag wird weltweit am 8. März begangen. Frauen und Gesundheit ist für die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe in ihrer Projektarbeit ein Schwerpunkt.


(Würzburg, 6. März 2015) "Wir wollen dieses wichtige Thema zur Gleichberechtigung verstärkt auf die Agenda der Regierungen und der Partnerorganisationen bringen, mit denen wir zusammenarbeiten", sagt DAHW-Geschäftsführer Burkard Kömm. Das ist auch das Ziel der ILEP, der internationalen Vereinigung der Leprahilfswerke, deren Vertreter sich im März in Würzburg treffen. Gerade Stigmatisierung durch eine Lepraerkrankung erleben Frauen viel bewusster. Sie werden eher verstoßen als Männer, die die Versorger der Familie sind. Junge Leprapatientinnen können beispielsweise in vielen Ländern nicht mehr verheiratet werden.

Dr. Oswald Bellinger ist medizinischer Berater der DAHW. Er erinnert sich an seine Zeit in Uganda, als ein junges Mädchen mit ihrem Bruder in eine ländliche Gesundheitsstation kam. Es ging um die medizinische Versorgung des kleinen Jungen. "Im Unterschied zum Bruder war das Mädchen auffallend mangelernährt. Wir haben sie untersucht und eine Tuberkulose- und HIV-Erkrankung festgestellt. Nur dank der Erkrankung ihres Bruders wurde sie behandelt. Mädchen werden in vielen Ländern von den Familien kaum beachtet und auch nicht zur Untersuchung geschickt."

Dr. Eva-Maria Schwienhorst erlebte als medizinische Beraterin der DAHW in Pakistan, wo Frauen nicht von Männern untersucht werden dürfen, ähnliches. So gibt es nur sehr wenige Möglichkeiten für die Früherkennung von Leprapatientinnen. Die DAHW-Partner in Pakistan versuchen, besonders auf die Beschäftigung von Frauen zu achten, um diesen Missstand auszugleichen.

Die DAHW will es mit ihrer Strategie Frauen ermöglichen, sich untersuchen zu lassen, um dann die richtige Behandlung zu erhalten. "Dabei geht es vor allem darum, die medizinischen Dienstleistungen zu den Frauen, also in die Dörfer, zu bringen", betont Burkard Kömm. Wichtig sei dabei vor allem weibliches Gesundheitspersonal. "In Zukunft werden wir bei allen Projekten noch stärker darauf achten, ob die geplanten Aktionen gender-sensitiv sind, also Frauen in ihren speziellen Lebenslagen entsprechend berücksichtigt werden."


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