Gemeinsame Presse-Erklärung: Ebola zerstört eine ganze Region

Die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe und das Missionsärztliche Institut (MI) in Würzburg fordern von der Bundesregierung deutliche Aufstockung der Hilfe. "Wir appellieren an die Bundesregierung, schnellstmöglich nicht nur deutlich mehr finanzielle Hilfe, sondern auch logistische und personelle Unterstützung in das Katastrophengebiet zu entsenden." Die Anzahl der verfügbaren Betten für die Behandlung von Ebola-Patienten müsse dringend massiv erhöht werden. Die beiden in Würzburg ansässigen Organisationen arbeiten seit Jahrzehnten eng zusammen.


(Würzburg, 12. September 2014) Schon drei Wochen nach Bekanntwerden der verheerenden Flut in Pakistan hatte die Bundesregierung 25 Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt, für die seit über einem halben Jahr grassierende Ebola-Epidemie bisher aber direkt und indirekt erst 2,5 Millionen Euro, so die beiden Organisationen.

Seit dem Ausbruch von Ebola vor wenigen Monaten seien die Belastungen für die Gesundheitssysteme der betroffenen Länder in unvorstellbarem Maße gestiegen, Zu befürchten sei, dass in den nächsten Wochen nicht nur die Gesundheitssysteme in den am meisten betroffenen Ländern komplett kollabieren, sondern auch die staatlichen Strukturen in einigen dieser Länder ins Wanken geraten.

"Unsere Mitarbeiter in Sierra Leone und Liberia berichten von verheerenden Folgen der Epidemie", sagt Burkard Kömm, der Geschäftsführer der DAHW. Es sei unglaublich schwierig geworden, die Behandlung von Lepra- oder Tuberkulosepatienten aufrecht zu erhalten, weil zum Beispiel alleine schon die Transportmöglichkeiten massiv eingeschränkt seien. Selbst banale Erkrankungen könnten in den überforderten Gesundheitseinrichtungen oft nicht mehr behandelt werden. Viele Gesundheitshelfer der Länder kämen aus Angst vor Ebola nicht mehr zur Arbeit.

Die von Gesundheitsminister Hermann Gröhe am vergangenen Sonntag verkündete Unterstützung der Bundesrepublik bei der Aufklärung sei ein wichtiger und richtiger Schritt, betonen beide Organisationen.

Die am meisten betroffenen Länder Liberia und Sierra Leone brauchen jedoch schnellstmöglich massive Hilfe in der Bekämpfung der Ebola-Epidemie. Die Todesrate könnte gesenkt werden, wenn die erkrankten Menschen rechtzeitig behandelt würden. Die meisten Gesundheitseinrichtungen in Liberia und Sierra Leone seien aber nicht in der Lage, eine adäquate medizinische Versorgung bei gleichzeitigem Schutz des Personals zu gewährleisten.

Nach Einschätzung des Geschäftsführers des Missionsärztlichen Instituts, Michael Kuhnert, ist die Ebola-Katastrophe in ihrer Auswirkung auf die Bevölkerung in den am meisten betroffenen Ländern mit dem Erdbeben in Haiti oder der Flutkatastrophe in Pakistan 2010 vergleichbar.

DAHW und MI fordern außerdem erneut, mehr im Bereich Gesundheit in der Entwicklungszusammenarbeit zu tun. Ohne funktionierende Gesundheitssysteme gebe es keine nachhaltige Entwicklung.

Seit über 50 Jahren unterstützt die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. erfolgreich die Bekämpfung von Lepra, Tuberkulose und Buruli Ulcer in den Westafrikanischen Staaten Senegal, Liberia, Sierra Leone, Togo und Nigeria.

Das Missionsärztliche Institut ist die einzige katholische Fachstelle für Gesundheit in der Einen Welt und berät kirchliche Partner in vielen Ländern Afrikas.