Hochwasser in Afrika erfordert langfristige Hilfe

Hilfsprojekte arbeiten weiter – auch unter erschwerten Bedingungen


(Kampala / Würzburg). Nie waren sich die Experten mehr uneins als beim diesjährigen Hochwasser: Ist es nun eine große Katastrophe oder nur eine etwas heftigere Regenzeit? Klar ist: Jedes Jahr, wenn in Mitteleuropa der Sommer sich dem Ende zuneigt, setzt in einem Gürtel nördlich des Äquators die jährliche Regenzeit ein. Starkregen – wie bei der Oderflut vor zehn Jahren, nur eben nicht nur wenige Tage, sondern einige Wochen lang – verwandelt kleine Bäche in reißende Ströme, Senken in Seen und ganze Ebenen in riesige Wasserflächen.

Es sind dramatische Bilder, die uns derzeit aus vielen afrikanischen Staaten erreichen: überflutete Landstriche und Menschen, die mit einfachsten Hilfsmitteln gegen das Hochwasser ankämpfen – Bilder, wie es sie vor Ort zu jeder Regenzeit gibt. Nur sind die Wassermassen in diesem Jahr deutlich intensiver als in den vergangenen Jahren. Die Folgen: Ernten werden durch das Wasser vernichtet, Kranke können nicht behandelt werden, und die Wege zu Arbeitsplätzen oder Schulen sind versperrt – Millionen von Existenzen sind akut bedroht.

Dass Kinder ihre Schulen nicht mehr erreichen können, würde Schüler in Deutschland vielleicht freuen – in vielen afrikanischen Staaten kommt dies einer Katastrophe gleich: vor wenigen Jahren noch waren in den jetzt vom Hochwasser betroffenen Gebieten Bürgerkriegsarmeen aktiv, die gewaltsam Kindersoldaten rekrutiert haben. "Unsere Schulprojekte wie im ugandischen Kitgum haben dagegen einen Ausweg geschaffen, doch dazu müssen die Kinder diese Schulen auch erreichen können“, so Jürgen Hammelehle, Geschäftsführer der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW).

Flutkatastrophe erzeugt Resistenzen gegen Medikamente

Eine Flut wie diese fördert aber auch immer Krankheiten, weiß der DAHW-Geschäftsführer aus leidvoller Erfahrung: "Mit dem Wasser kommt zuerst die Cholera, dann Thyphus und schließlich die Mücken, die Malaria übertragen. Wenn das Wasser aber längst wieder verschwunden ist, dann werden wieder viel mehr Menschen an Tuberkulose erkranken – fernab von der aktuellen Katastrophenhilfe.“ Der Grund: durch das Hochwasser sind viele medizinische Einrichtungen kaum zu erreichen – die regelmäßige Einnahme der Medikamente gegen Tuberkulose wird unterbrochen. Als Folge wird dieser Krankheitserreger resistent gegen die Antibiotika.

Die Hilfsprojekte der DAHW sind zwar bislang nicht in den Fluten verschwunden, müssen aber gegen die dramatischen Folgen des Hochwassers ankämpfen – mit noch mehr Einsatz als bislang. Diese langfristige Arbeit ist genau so wichtig wie aktuelle Soforthilfe, auch wenn ihr Erfolg erst viel später sichtbar werden wird. Die DAHW ist in vielen vom Hochwasser betroffenen Ländern aktiv, allein in den besonders stark betroffenen Ländern Äthiopien, Sudan, Togo und Uganda unterstützt die DAHW 55 Projekte mit jährlich rund 3,5 Millionen Euro.

Damit diese langfristigen Hilfsprojekte weiterhin erfolgreich arbeiten können, bittet die DAHW um Unterstützung:

Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V.
Spendenkonto 9696
Sparkasse Mainfranken Würzburg,
BLZ 790 50 00