"Konkretes Zeichen für die Menschen in Togo"

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Außenminister Steinmeier hat Klinik für Buruli-Patienten eröffnet


(Tsévié/ Würzburg, den 11. Februar 2008). In einer fröhlich-bunten Zeremonie hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am Montag eine Klinik für burulikranke Kinder im Süden Togos eröffnet. Steinmeier und Vertreter des westafrikanischen Landes dankten den Spenderinnen und Spendern in Deutschland. In einer fünfwöchigen Spendenaktion hatten Leserinnen und Leser der Zeitung "Main Post“ der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) 215.000 Euro für dieses Projekt gespendet.

Der Außenminister zeigte sich im Regionalkrankenhaus von Tsévié betroffen von den Schicksalen der an Buruli Ulcer leidenden Patienten. Bei einem Rundgang informierte er sich über die kaum bekannte lepraähnliche Krankheit. Dabei sah Steinmeier Kinder mit offenen Wunden unter ihren Verbänden oder mit Verkrüppelungen. So zum Beispiel den 14-jährige Waisenjungen Kossi Azilan, seit wenigen Tagen in der Klinik. Ein Gesundheitskontrolleur hat ihn in einem Dorf aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht. Sein rechter Oberarm muss dringend behandelt, vermutlich operiert werden.

Er freue sich, sagte Steinmeier, dass die DAHW den Kampf gegen Buruli Ulcer, "eine vergessene Krankheit“, in Togo unterstützt. Das Klinikprojekt bezeichnete er als "konkretes Zeichen für die Menschen in Togo und die Zusammenarbeit mit Deutschland“. Beeindruckt war er von der Herzlichkeit des Empfangs: Ganz afrikanisch wurde getanzt, geklatscht, getrommelt. Über tausend Menschen, darunter viele Kinder, waren zur Eröffnung gekommen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier besuchte bei der Eröffnung des Klinik-Projektes an Buruli erkrankte Kinder.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier besuchte bei der Eröffnung des Klinik-Projektes an Buruli erkrankte Kinder.

Mit den Spenden aus Mainfranken wurde unter anderem ein Sozialtrakt zur Kinderbetreuung und für die Physiotherapie gebaut. Außerdem wurden OP-Säle, die Buruli-Station und die Hospitalküche renoviert und ausgestattet. 250 bis 300 Patienten können pro Jahr stationär aufgenommen werden.

Auch die Versorgung der Patienten mit Nahrungsmitteln wurde sichergestellt. Als Gastgeschenk hatte der deutsche Minister mehrere Pakete Lego-Bausteine und Fußbälle für die Kinder im Gepäck.

Unter großem Applaus dankte der togoische Gesundheitsminister Charles Agba den "Bürgern von Würzburg und allen Spendern“. Die Geißel Buruli, sagte er, sei wie eine neue Lepra. Das neue Zentrum in Tsévié sei ein großer Fortschritt im Kampf gegen die Krankheit. Je früher Buruli Ulcer erkannt und behandelt werde, desto größer seien die Heilungschancen. DAHW-Geschäftsführer Jürgen Hammelehle sagte bei der Eröffnung weitere Unterstützung zu und lobte das Engagement der Main Post-Leserinnen und -Leser.

Von Andreas Jungbauer, Main Post