Lepraärztin im Südsudan erschossen

Schwester Veronika Racková

Schwester Veronika Racková 2013 im Südsudan. Foto: Enric Boixadós

Ordensfrau erliegt ihren schweren Verletzungen - Veronika Racková, medizinische Leiterin des St. Bakhita-Krankenhauses in der südsudanesischen Diözese Yei, das von der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe unterstützt wird, ist am Freitag vergangener Woche ihren Schussverletzungen erlegen.


(Würzburg/Yei 23. Mai 2016). Nachdem die 58-Jährige in der Nacht auf Pfingstmontag eine schwerkranke Patientin mit einem Ambulanzwagen in ein Regierungskrankenhaus gebracht und dort erstversorgt hatte, wurde die Steyler Missionsschwester auf dem Rückweg unter noch ungeklärten Umständen von Soldaten angeschossen und schwer verletzt.

Die Kugel durchschlug ihren Darm und ihren Hüftknochen. Umgehend wurde sie in das Hospital gebracht, in das sie zuvor ihre Patientin eingeliefert hatte, und dort erstbehandelt. Aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen wurde sie noch am Pfingstmontag nach Kenia ausgeflogen und auf die Intensivstation eines Krankenhauses in Nairobi verlegt. Nach einem mehrtägigen Kampf um ihr Leben erlag sie schließlich ihren Verletzungen.

Ende 2013, als der Bürgerkrieg im Südsudan erneut ausbrach, wurde Schwester Veronika einmal gefragt, warum sie denn überhaupt noch in dem Land bleiben wolle. „Ja, warum? Weil Jesus seinen Weg konsequent gegangen ist. Er hat nicht aufgegeben, als es schwierig wurde. Er hat Entbehrung und Leiden angenommen und sein Kreuz getragen, bis ans Ende. Er war dem Willen des Vaters gehorsam. Er bewegte sich ständig unter den Menschen und hat sie nicht abgewiesen. Er war sogar bereit, den Tod anzunehmen, denn er hat die Menschen geliebt – grenzen- und bedingungslos“, antwortete sie. „Als Jüngerin Jesu folge ich ihm in der Kraft des Heiligen Geistes. Ich kann die Menschen im Südsudan nicht verlassen, weil ich sie liebe."

Stephen Lodu Onesimo, Informationsminister des Bundesstaates Yei, verurteilt die Tat als barbarisch und menschenverachtend. Drei Soldaten der Joint Operation Unit, die eigentlich Zivilisten bei Nacht schützen sollte, wurden verhaftet und unter Anklage gestellt.

Die DAHW und ihre Mitarbeiter trauern um eine couragierte und engagierte Ordensfrau, die in einem der gefährlichsten Länder der Welt zuversichtlich und voller Hoffnung ihren Dienst tat.


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