Medizinische Versorgung im Süd-Sudan kritisch

Sudan - Rumbek: Mutter mit ihrem kranken Kind - Die Bevoelkerung im Sudan braucht dingend Hilfe

Die DAHW hilft Lepra- und Tuberkulose-Kranken im vom Bürgerkrieg zerstörten Rebellengebiet.


(Würzburg, 28.4.05) Die medizinische Versorgung im Süd-Sudan bleibt auch nach dem Ende des Bürgerkrieges kritisch: "Nur zwanzig Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung", berichtet Dr. Adolf Diefenhardt, Leiter der Auslandsabteilung der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW). Der Mediziner war jetzt mit DAHW-Projektreferent Peter Bergdoll in das afrikanische Land gereist, um zu prüfen, wie der Bevölkerung besser geholfen werden kann.

Nach dem Friedensabkommen vom Januar, das den Konflikt zwischen dem muslimischen Norden und dem christlich geprägten Süden beendet hat, keimt im Sudan zwar Hoffnung auf. Doch gerade im Rebellengebiet gibt es bislang nicht genügend Behandlungsangebote. "Der Süd-Sudan braucht dringend staatliche Strukturen, damit  wenigstens ansatzweise ein Gesundheitssystem entstehen kann", betont Dr. Adolf Diefenhardt.

Bislang leisten vorrangig Kirchen und Hilfsorganisationen medizinische Arbeit. Sie ist allerdings nicht flächendeckend, weil bislang ein Staat als  Partner fehlt. So werden in 15 regionalen DAHW-Projekten zwar über 2.000 Tuberkulose-Fälle jährlich behandelt. Die Dunkelziffer der Neuerkrankungen im gesamten Rebellen-Gebiet ist aber weitaus höher, mindestens fünf- bis zehnmal so hoch.

"Wir müssen damit rechnen, dass jährlich hunderte, wenn nicht sogar tausende von Menschen an Tuberkulose sterben, weil sie keinen Zugang zur Behandlung haben", so Dr. Adolf Diefenhardt. "Ähnlich sieht die Situation in der Lepra-Arbeit aus: Unzählige Kranke, die nicht behandelt werden, leiden an schweren Behinderungen und Verstümmelungen bis hin zum Verlust der Gliedmaßen und des Augenlichts."

Die DAHW leistet seit 1972 Hilfe im Sudan. Die Hilfsorganisation stellt unter anderem Medikamente für Behandlungszentren bereit und finanziert Geländewagen, damit Kranke auch in abgelegenen, schwer zugänglichen Regionen behandelt werden können. In Rumbeck unterstützt die DAHW eine Lepra-Klinik, in der schwer behinderten Menschen geholfen wird.

"Besonders schwierig ist es, qualifiziertes einheimisches Personal zu finden", berichtet DAHW-Projektreferent Peter Bergdoll. "Viele Ärzte und Gesundheitshelfer sind während des jahrzehntelangen Konflikts entweder geflüchtet oder wurden getötet." Um die Lücken zu schließen, bildet die DAHW in Uganda Gesundheitspersonal für den Süd-Sudan aus.

Dr. Adolf Diefenhardt und Peter Bergdoll stehen für Interviews zur Verfügung.

Kontakt:  Thorsten Beil, Pressereferent, Telefon: (0931) 7948-130,
E-Mail: thorsten.beil@dahw.de