Mehr tun gegen Armutskrankheiten

Die Nobelpreise für Forschungen zu vernachlässigten Tropenerkrankungen (NTD) können dem Kampf gegen diese Krankheiten der Armut einen Schub geben. Davon ist die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe überzeugt und hofft, dass nun mehr Geld in die Erforschung der Auslöser sowie Diagnose und Therapie dieser Erkrankungen investiert wird.


(Würzburg, 7.Oktober 2015). „Es wäre eine Investition in Menschlichkeit“, betont DAHW-Geschäftsführer Burkard Kömm: „Millionen Menschen erkranken jedes Jahr an diesen Krankheiten der Armut und Millionen ehemaliger Patienten leiden an den Spätfolgen. Und das nur, weil diese Krankheiten zu wenig erforscht sind.“ 

Drei Forscher, die trotz aller - besonders finanzieller - Hindernisse diese Arbeit erfolgreich umgesetzt haben, werden nun dafür geehrt. Viele Menschenleben haben diese drei Forscher gerettet und deren Familien vor dem sicheren Ruin bewahrt, zumeist in Ländern ohne ausreichende Gesundheits- und Sozialsysteme. Kömm weiter: „Dieser Preis gilt der Forschung für ein menschenwürdiges Leben auf unserem Planeten.“

Die Heilung von Flussblindheit, Elephantiasis und Malaria ist seit vielen Jahren möglich, auch wenn die Entdecker der dafür notwendigen Wirkstoffe erst jetzt dafür ausgezeichnet wurden. Daher hofft die DAHW, dass nun mehr Geld in Forschung investiert wird, um Krankheiten heilen zu können, an denen immer noch zu viele Menschen leiden. Ebenso müssen Medikamente ersetzt werden, gegen die inzwischen die meisten Erreger Resistenzen entwickelt haben.

„Das wäre Forschung, die den Menschen dient und nicht in erster Linie kommerziellen Interessen“, so DAHW-Geschäftsführer Kömm. „Bei vielen Armutskrankheiten müssen wir fast bei null anfangen, da bis heute nicht genau geklärt ist, wie sie übertragen werden.“

Die DAHW unterstützt im laufenden Jahr 172 Programme und Projekte in 20 Ländern und Forschungsprojekte für NTDs in Zusammenarbeit mit verschiedenen Forschern und Universitäten. Neben Lepra und Tuberkulose unterstützt die DAHW auch die Arbeit für Menschen, die an anderen NTDs erkrankt sind, und ist Gründungsmitglied des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten e.V. (DNTDs).