Menschen mit Behinderung benötigen Unterstützung

DAHW begrüßt Unterstützung für Heilerziehungspfleger und fordert weltweites Engagement von der deutschen Politik


(Würzburg, 16. April 2013). Die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe fordert eine weltweite Unterstützung für Menschen mit Behinderung sowie deren Betreuer. „Die Politik muss berücksichtigen, dass Menschen mit Behinderung Unterstützung benötigen – weltweit und besonders in den Ländern des Südens“, betont DAHW-Geschäftsführer Burkard Kömm.

Jeder zehnte Mensch auf der Erde lebt mit einer Behinderung, viele davon sind auf mehr oder weniger große Hilfe angewiesen. Weltweit fehlen Experten, die sich um Menschen mit Behinderung kümmern. Das sind die Erfahrungen der DAHW aus ihren Projektländern und die des Verbands der Heilerziehungspfleger in Deutschland. „Diesen Mangel gilt es zu beseitigen, damit auch Menschen mit Behinderung eine angemessene Stimme haben“, so der DAHW-Geschäftsführer.

Die DAHW stand an der Seite der angehenden Heilerziehungspfleger bei ihrer Forderung nach einer Abschaffung des Schulgelds. Geschäftsführer Burkard Kömm bezeichnet den jetzigen Erfolg als richtungsweisend: „Für die Inklusion von Menschen mit und ohne Behinderung benötigen wir Mittler und Betreuer und müssen für diese Ausbildung Hürden abbauen.“

Die DAHW arbeitet in vielen Ländern nach dem Inklusionsprinzip „community based rehabilitation“ (CBR, auf Deutsch: Rehabilitation im gewohnten Umfeld). Diese Erfahrungen tauscht das Hilfswerk gern mit Lehrern und Schülern der Dr.-Maria-Probst-Schule aus, der Fachschule für Heilerziehungspfleger in Würzburg.

„Mit dieser regen Zusammenarbeit lernen beide Partner, wie wichtig die lokalen Besonderheiten bei der Umsetzung von internationalen Richtlinien sind“, sagt Ernst Hisch, Experte der DAHW für Menschen mit Behinderung in Ländern des Südens: „Und sie können sehen, dass Menschen mit Behinderung überall Hilfe benötigen – egal, wie arm oder reich ihr Land ist.“

Partner der DAHW vor Ort müssen ihr Personal selbst ausbilden, weil es nicht genügend Fachkräfte gibt. Ohne diese Unterstützung gäbe es überhaupt keine Fachkräfte, und ohne ausgebildete Berater und Betreuer hätten Menschen mit Behinderung kaum eine Chance auf gleichwertige Teilhabe am Leben.

Die DAHW sieht jetzt die Politik in Deutschland gefordert: „Für die Länder des Südens muss es auch Chancen geben, Menschen mit Behinderung die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen“, fordert Kömm in Richtung Minister Niebel: „Die Ausbildung von Menschen, die diese Teilhabe ermöglichen, sollte einen höheren Stellenwert haben als bislang, Deutschland sollte hier Zeichen setzen und diese Berufsausbildung weltweit unterstützen.“

Die einfache Rechnung lautet: 10 Prozent für 10 Prozent - zehn Prozent aller Menschen weltweit leben mit Behinderung, also sollten auch zehn Prozent aller Ausgaben der Entwicklungszusammenarbeit für Inklusion investiert werden. Die DAHW hat zusammen mit der Robert-Kümmert-Akademie, der Fachschule für Heilerziehungspflege in Würzburg, eine entsprechende Petition verfasst.