2. Ökumenischer Kirchentag in München 12. bis 16. Mai 2010

Atmen wie ein Tuberkulosekranker

Foto: DAHW / Renate Vacker

DAHW präsentiert Armutskrankheiten


Informationen von Ärztin und Ordensschwester Dr. Schmotzer

„Da bekommt man ja wirklich kaum Luft“, sagt eine Medizinstudentin, die durch die „Atemkarte“ Luft holt. Das winzige Loch lässt nur soviel Luft in die Lungen wie sie ein Tuberkulose-Patient mit angegriffener Lunge einatmen kann. Die Krankheit, die in Deutschland kein gesundheitliches Problem mehr darstellt, ist in vielen Ländern auf dem Vormarsch. TB ist eine Armutskrankheit, die jedes Jahr fast zwei Millionen Tote fordert. Dabei ist die Krankheit heilbar, wenn Diagnose und Behandlung rechtzeitig und konsequent durchgeführt werden.

Zahlreiche Besucher des Zweiten Ökumenischen Kirchentags, darunter Spenderinnen und Spender sowie Ehrenamtliche, nutzen die Gelegenheit, die Arbeit der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) und ihrer Partner am Gemeinschaftsstand kennen zu lernen: das Deutsche Institut für Ärztliche Mission (DIFÄM) und das Missionsärztliches Institut (MI). In der „Clinica“, dem Modell einer Gesundheitsstation, kann man sich auf Schautafeln, an Modellen und unterm Mikroskop informieren, wie der Erreger der Malaria aussieht, wie eine Tsetsefliegenfalle funktioniert oder wie orthopädisches Schuhwerk gearbeitet werden muss.

Beim Kirchentag in München Karin Kortmann, Parlamentarische Staatssekretärin a.D., mit DAHW-Spendendose. Foto: DAHW / Renate Vacker


 

Interessiert und manchmal staunend folgten die Besucher den Erklärungen zu Tuberkulose, Lepra, HIV/Aids, Malaria, Bilharziose und der Schlafkrankheit. „Enge Wohnverhältnisse und Unterernährung begünstigen den Ausbruch der Tuberkulose“, erklärt Dr. Chris Schmotzer. Die Ärztin und Christusträger-Schwester leitet in Rawalpindi/ Pakistan ein Krankenhaus, das auf Lepra spezialisiert ist. Hier werden auch TB-Patienten behandelt, die durch das Raster der staatlichen TB-Kontrolle fallen, und Patienten mit resistenter TB. Die Behandlung dieser hochansteckenden Krankheit ist sehr aufwändig. Mit den Informationen aus der „Clinica“ und den Info-Ecken der Organisationen geht es zum Gesundheitsquiz. Unter allen Teilnehmenden mit richtigen Antworten werden attraktive Preise ausgelost: ein Tropenschlafsack, eine Reisemoskitonetz oder ein Hocker aus Afrika.

 

Dr. Chris Schmotzer beim Kirchentag in München 
Die Ärztin Dr. Chris Schmotzer war eine gefragte Gesprächspartnerin. Foto: DAHW / Renate Vacker


zur Bildergalerie