Pakistan: Der Regen hört nicht auf

Medizinische Versorgung

DAHW: neue Massenevakuierungen stehen kurz bevor


Auch vier Wochen nach Beginn der Jahrhundertregenfälle ist in Pakistan kein Ende der Zerstörungen abzusehen. „Wir bereiten eine Hilfsgüterlieferung per Helikopter für Kalam und das Kandia Tal im Norden vor“, berichtet Shakil Ahmad, Geschäftsführer des DAHW-Partners MALC: „Die Armee ermöglicht und schützt diesen Hilfstransport, das erleichtert die Arbeit unserer Helfer sehr, und wir können dazu beitragen, die Situation in diesen unzugänglichen Gebieten deutlich zu verbessern.“

(Würzburg, 27. August 2010). Neue, beunruhigende Meldungen kommen derzeit aus Pakistan: Rund 20 Mio. Menschen mussten bereits vor den Wassermassen fliehen, allein gestern sind nach Angaben der pakistanischen Regierung mehr als 500.000 neu hinzu gekommen. Weitere 800.000 sind nach UN-Angaben von den Fluten eingeschlossen, fast fünf Mio. Menschen haben derzeit kein Dach über dem Kopf – nicht einmal ein Zelt. Die Helfer der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe versorgen derzeit rund 140.000 Flüchtlinge. Immer mehr Menschen müssen vor den Wassermassen fliehen. Die Flut des Indus steigt wieder, weil es stark regnet und die Böden kein Wasser mehr aufsaugen können. Für die kommende Woche sind weitere Regenfälle vorhergesagt.

Pakistan die Flut hat die Ernte zerstört.

Die Flut hat die Ernte zerstört.

Allein in den Bundesstaaten Sindh und Belutschistan sind über 4,5 Mio. Menschen auf der Flucht. Dort sind die DAHW-Teams um die deutsche Ärztin Dr. Ruth Pfau seit Wochen im Einsatz und versorgen rund 25.000 Menschen, die in Flüchtlingslagern Schutz gefunden haben. Die Menschen bekommen Zelte, Nahrungsmittel, Kleidung, Medikamente, Hygieneartikel und sauberes Wasser.

Weitere 120.000 Flüchtlinge werden durch die fast 900 Gesundheitshelfer der DAHW medizinisch betreut und so vor dem Ausbruch von Seuchen bewahrt. Dabei helfen auch viele medizinische Fachkräfte, die derzeit freiwillig und ohne Bezahlung für die DAHW-Teams arbeiten. Die Flüchtlinge leiden derzeit verstärkt an Hautkrankheiten und Magen-Darm-Infektionen.

Nach den jüngsten Informationen aus dem DAHW-Büro in Karachi bereiten sich viele große Städte im Bundesstaat Sindh auf eine Evakuierung vor, darunter die historische Stadt Thatta sowie die Millionenstadt Hyderabad mit geschätzten 2 Mio. Einwohnern und nochmals rund eine Mio. Flüchtlingen, die schon mindestens ein Mal vor dem Wasser fliehen mussten.

Mit den Partnerorganisationen MALC (Marie Adelaide Leprosy Centre) in Karachi und ALP (Aid to Leprosy Patients) in Rawalpindi ist die DAHW bereits seit Jahrzehnten in Pakistan aktiv. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Bekämpfung von Infektionskrankheiten. In der jetzigen Notsituation sind die meisten Gesundheitshelfer allerdings in Maßnahmen zur Nothilfe eingebunden. Pro Tag werden mehr als 20.000 Euro benötigt, um den Flüchtlingen helfen zu können.


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