Pressemitteilung: Lepra ist noch nicht besiegt

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DAHW: Seit 50 Jahren gezielte Hilfe für Behinderte und Ausgestoßene


(Würzburg/ Münster, im Januar 2007) Noch immer erkranken hunderttausende Menschen pro Jahr neu an Lepra. Darauf weist die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) anlässlich des Welt-Lepra-Tages am 28. Januar hin. "Die Lepra ist heute heilbar, aber sie ist noch nicht besiegt“, erklärt DAHW-Geschäftsführer Jürgen Hammelehle. "Aufklärung, Diagnose und der Zugang zu Behandlung müssen sichergestellt werden, um die Krankheit, die wie kaum eine andere mit Ausgrenzung behaftet ist, weiter zurückzudrängen.“

Im Jahr 2005 registrierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 296.000 neue Fälle, 110.000 weniger als 2004. "Ein Erfolg, denn durch die in den vergangenen Jahren durchgeführten Aufklärungskampagnen haben mehr Menschen Zugang zu Behandlung erhalten und konnten geheilt werden“, sagt Hammelehle. Die DAHW und andere Hilfswerke schätzen jedoch, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt. "Ein Hinweis darauf ist die große Zahl von Patienten, die bereits schwer behindert zur Behandlung kommen“, so Hammelehle. Dies sei etwa in Äthiopien und Tansania der Fall. Die meisten neuen Leprafälle gab es 2005 in Indien (161.457) und Brasilien (38.410).

Die Zahl der Menschen, die von Lepra betroffen sind, geht weit über die neuen Fälle hinaus: Zwei bis vier Millionen leiden in der "Dritten Welt“ als Behinderte und Ausgestoßene an Verstümmelungen und Entstellungen.

Die DAHW sorgt seit 1957 dafür, dass Lepra-Patienten Zugang zu Gesundheitsdiensten bekommen. Sie unterstützt heute nationale Lepra- und Tuberkulose-Kontrollprogramme, Krankenhäuser und auch Ärzte und Ärztinnen, die Reihenuntersuchungen in abgelegenen Regionen durch­führen, um dabei Haut- und Nervenerkrankungen zu diagnostizieren und die Patienten der für sie richtigen Behandlung zuzuführen.

Die bei der Leprabehandlung eingesetzte Kombinationstherapie mit mehreren Antibiotika wird heute von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kostenfrei zur Verfügung gestellt. An der Erforschung dieser seit 1981 empfohlenen Behandlung hat die DAHW entscheidend mitgewirkt.

Seit 1990 hat sich die DAHW mit der Tuberkulosebekämpfung einen zweiten Schwerpunkt gesetzt. Die Infektionskrankheit ist bedingt durch Resistenzen der Erreger gegen die Medikamente und durch die Verbreitung von HIV/Aids auf dem Vormarsch. Eine Schwächung des Immunsystems begünstigt den Ausbruch der Krankheit.

Seit Gründung am 18. Januar 1957 hat die DAHW 2,1 Millionen neu entdeckten Leprakranken weltweit Zugang zu Behandlung ermöglicht und mit ihren Programmen seit 1990 rund 3,9 Millionen Tuberkulosekranke erreicht.


Geschäftsführer Jürgen Hammelehle und DAHW-Ärzte stehen für Interviews zur Verfügung.

Kontakt zur DAHW-Pressestelle:Renate Vacker,  Tel.: 0931/ 7948-132, E-Mail: renate.vacker@dahw.de