Robert Koch - heute noch aktuell

Robert Koch - Mediziner, Tropenmediziner und Mikrobiologe

DAHW erinnert zum 100. Todestag an den großen Forscher


Er war der Begründer der modernen Bakteriologie, der klinischen Infektiologie und auch der Tropenmedizin: Robert Koch hat Krankheiten wie Tuberkulose, Malaria, Pest und Cholera erforscht. Viele seiner Methoden sind heute noch aktuell – manchmal zum Leidwesen der heutigen Mediziner.
(Würzburg, im Mai 2010). In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren Bakterien zwar schon längst bekannt, jedoch waren diese nach der damals vorherrschenden Meinung lediglich eine Begleiterscheinung der jeweiligen Krankheit.

Mit seinem Göttinger Lehrer Jakob Henle wies Robert Koch nach, dass Bakterien Auslöser der Krankheiten waren (Henle-Koch-Postulate). Dies führte zum Umdenken beim Erforschen von Krankheiten sowie zu neuen Ansätzen bei deren Bekämpfung. So entwickelte Robert Koch das Tuberkulin, ein Extrakt aus Stoffwechselprodukten der Tuberkulose-Bakterien, die er am 24. März 1882 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Ursprünglich als Heilmittel oder Impfstoff vorgesehen, wollte Robert Koch den Verkauf des Tuberkulin zu seinen Gunsten kommerzialisieren, jedoch war das Mittel für diese Zwecke wirkungslos.

Seit 1907 wird Tuberkulin zur schnellen Diagnose eingesetzt. Gemeinsam mit dem mikroskopischen Sputum-Test hat Robert Koch damit die beiden – neben der Röntgendiagnose bei Lungen-TB – bis heute noch üblichen Methoden zur Diagnose von TB entwickelt.

DAHW fordert mehr Investitionen in Forschung zu Tuberkulose

Besonders die von Robert Koch entwickelte Diagnose durch den Sputum-Test ist noch heute die Standard-Methode zum Nachweis der Erkrankung. In den Hilfs-projekten der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) wird bei allen Verdachtsfällen ein Sputum-Test durchgeführt.

Bei der praktischen Arbeit in armen Ländern gibt es jedoch einige Probleme mit dieser fast 130 Jahre alten Diagnostik: Nur bei rund 50% aller Erkrankungen kann der Erreger damit nachgewiesen werden. Ein weiteres Problem ist die immer weiter steigende Zahl von multiresistenten TB-Erregern. Diese Resistenzen lassen sich mit dem veralteten Verfahren gar nicht erkennen, so dass Patienten oft die falschen Medikamente bekommen.

Die DAHW fordert daher die Regierungen der reichen Länder Europas und Nordamerikas auf, die Forschung nach besserer Diagnostik und Therapie von Tuberkulose endlich gezielt zu unterstützen. Dabei dürfen wir uns nicht allein auf die private Forschung verlassen. Da die meisten TB-Patienten aus armen Ländern stammen, sind sie für die Pharmakonzerne kein interessanter Markt.

Die DAHW ist bereits selbst aktiv geworden: So unterstützt sie die Ärztin und Ordensfrau Dr. Chris Schmotzer in Pakistan bei ihrem Kampf gegen multiresistente TB. Mit dem Bau einer Isolierstation sowie eines hochwertigen Labors kann damit die Ausbreitung der Resistenzen zumindest verlangsamt werden.

Robert Koch, HIV/Aids und Resistenzen 

 


Fragen an Dr. Chris Schmotzer zu Robert Koch und zur Tuberkulose

Fragen an Dr. Singh, Medizinischer Berater der DAHW in Indien

Fragen an Dr. Joseph Ngozi Chukwu, Medizinischer Berater der DAHW in Nigeria


Informationen rund um den Welt-Tuberkulose-Tag

Informationen und Hintergründe zum Welt-Tuberkulose-Tag
DAHW: Zahlen, Daten, Fakten

Informationen und Hintergründe zum Welt-Tuberkulose-Tag
Tuberkulose: Zahlen, Daten und Fakten

Reportage zum Welt-Tuberkulose-Tag: Den Tod vor Augen
Eine ganze Familie aus Rawalpindi / Pakistan von Tuberkulose bedroht


Hier können Sie die Bilder zum Welt-Tuberkulose-Tag am 24.März downloaden