Kein Ruhestand in Sicht

Dr. Ruth Pfau

„Mutter der Leprakranken“ feiert ihren 80. Geburtstag. Foto: Maik Siebert

Ruth Pfau wird 80


Am 9. September feiert die Lepra-Ärztin und Ordensfrau Dr. Ruth Pfau ihren 80. Geburtstag. Die „Mutter der Leprakranken“, wie sie in Pakistan liebevoll genannt wird, begeht diesen Tag in aller Bescheidenheit im Kreis von Mitarbeitern und Patienten im Marie Adelaide Leprosy Centre (MALC) Karachi.

(Würzburg / Karachi, im September 2009). Seit fast 50 Jahren ist sie nun schon in Pakistan und hat dort im Rang einer Staatssekretärin jahrelang das nationale Lepra- und Tuberkuloseprogramm geleitet. Dabei wollte sie eigentlich im Auftrag ihres Ordens der „Töchter vom Herzen Mariä“, als Gynäkologin nach Indien.

Probleme mit dem Visum verzögerten 1960 die Weiterreise nach Indien. In der pakistanischen Hafenstadt Karachi ging sie durch die Elendsviertel und sah die zahlreichen Leprakranken, die einfach ausgesetzt und sich selbst überlassen wurden – ohne Arbeit und ohne jegliche Hoffnung.

Ruth Pfau begann, gemeinsam mit einigen Mitschwestern, die Hilfe für diese Menschen zu organisieren – schnell auch mit Unterstützung der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW). Das von ihr gegründete Zentrum MALC versorgte die Leprakranken medizinisch und mit menschlicher Wärme – für die Ausgestoßenen, mit denen niemand sonst etwas zu tun haben wollte, eine völlig neue Erfahrung.

Bis heute gilt der Grundsatz von Ruth Pfau: „Ich werde diese Menschen erst dann aus meiner Patientenkartei streichen, wenn sie nicht nur rein medizinisch geheilt wurden, sondern auch wieder so leben können wie jeder andere Mensch, der nicht an Lepra erkrankt war!“

Geburtstagsgrüße aus Deutschland

Bei ihrem Besuch in Deutschland im Juni hat Ruth Pfau bereits angekündigt, ihren Geburtstag im Kreise der Menschen zu feiern, für die und mit denen sie seit fast 50 Jahren arbeitet: „Wenn wir im Kampf gegen die Lepra heute nachlassen, wird die Seuche morgen zurück kehren.“


Ruth Pfau im Kreis des Teams und der Patienten in Pakistan


Ruth Pfau feiert ihren 80. Geburtstag in Pakistan. Zu Ehren der Ärztin und Ordensfrau findet am 19. September eine Feierstunde im Berliner Dom statt.

Die DAHW lädt herzlich zu einer Feierstunde zu Ehren von Dr. Ruth Pfau in den Berliner Dom ein – am Samstag, 19. September um 12.00 Uhr. Neben einer Aufführung des Musiktheaters „Die Gezeichneten“ wirken mit: Prälat Dr. Bernhard Felmberg, EKD, Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke, Erzbistum Hamburg, sowie Dompredigerin Dr. Petra Zimmermann. 

Der Eintritt ist frei, Spenden sind aber herzlich willkommen.

Die Einzelheiten finden Sie unter
Feierstunde zum 80. Geburtstag von Dr. Ruth Pfau


Helferin vor Ort - Dr. Ruth Pfau

Marion-Dönhoff-Preisträgerin: Gesine Schwan, Desmond Tutu und Ruth Pfau haben etwas gemeinsam - Sie sind Träger des Marion-Dönhoff-Preises. Ruth Pfau erhielt die nach der Herausgeberin der Wochenzeitung Die Zeit benannte Auszeichnung 2005 für ihr Lebenswerk.
Zur Laudatio von Rupert Neudeck


„Ich bin nicht in Pakistan, um Bazillen abzutöten, sondern um Menschen zu heilen“, sagt Dr. Ruth Pfau. Dabei wird sie seit fast fünf Jahrzehnten von der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe unterstützt.
Lesen Sie die Reportage von Rolf Bauerdick



Literaturliste - Das neue Buch von Dr. Ruth Pfau

Biographische Daten von Dr. Ruth Pfau

Fotos von Dr. Ruth Pfau zum Downloaden