Südsudan braucht Unterstützung

Süd Sudan - Es gibt fast keine Lebensmittel

Es gibt fast keine Lebensmittel und Infrastruktur. Foto: Martina Vornberger

Neuer Staat: DAHW ist seit fast 40 Jahren vor Ort


Ab morgen (Samstag, 9.7.2011) wird es einen neuen Staat in Afrika geben: die Republik Südsudan. Nach mehr als 30 Jahren Bürgerkrieg hat sich die überwältigende Mehrheit bei einem Volksentscheid im Januar für die Unabhängigkeit entschieden. Morgen wird die neue Regierung in der Hauptstadt Juba ihren eigenen Staat offiziell ausrufen.

(Juba / Würzburg, 8. Juli 2011). „Es fehlt an Geld, an Infrastruktur und an ausgebildeten Fachkräften. Dringender Bedarf ist eigentlich überall, aber man versucht Prioritäten zu setzen. Im Gesundheitsektor heißt das, sich auf die am schnellsten tödlich verlaufenden Krankheiten zu konzentrieren.“ Diese Einschätzung stammt nicht von irgendwem, sondern von der 55-jährigen Repräsentantin der DAHW Leonore Küster, die seit 1994 in dieser Region lebt.

Seit 2007 ist sie die Repräsentantin der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe im Südsudan. Sie kümmert sich besonders um Menschen, die an Lepra oder Tuberkulose erkrankt sind. Derzeit erkranken pro Jahr mehr als 500 Menschen neu an Lepra, rund 50.000 an TB. 10.000 TB-Patienten pro Jahr sterben an dieser Krankheit.

Die DAHW ist seit 1972 die einzige Organisation, die das nationale Kontrollprogramm gegen Lepra im Süden des ehemaligen Sudan unterstützt. Eine flächendeckende Kontrolle mit Zugang zu Diagnose und Behandlung ist Grundlage für eine Eindämmung dieser Krankheit.

Das Referendum im Januar 2011 wurde bereits im Friedensabkommen von 2005 vereinbart, nun haben 99% aller Südsudanesen für die Unabhängigkeit gestimmt. Was allerdings besonders im Gesundheitswesen noch fehlt, sind gefestigte Strukturen des neuen Staates, und die kosten Geld.

Die DAHW fordert die Bundesregierung und alle Akteure der internationalen Politik auf, Südsudan von Anfang an zu unterstützen. Besonders der Aufbau eines funktionierenden Gesundheitssystems muss dabei auf der Agenda stehen. Nur so kann Hilfe zur Selbsthilfe nachhaltig wirken.

Angebot für Redaktionen: Interview mit Leonore Küster in Juba / Südsudan

Bereits zum Referendum im Januar haben viele Redaktionen das Angebot genutzt und sich ein Gespräch mit der Expertin vor Ort gesichert. Nachzulesen ist eine Zusammenfassung ihrer damaligen Aussagen unter folgenden Links.


Gerne vermitteln wir Ihnen auch nun zur Unabhängigkeit ein Gespräch mit der DAHW-Repräsentantin per Email oder Telefon.  


Ein Schritt in die richtige Richtung
Pressemitteilung vom 27. Mai 2011

DAHW stärkt Leprakontrolle im Südsudan
„Die Menschen im Südsudan werden es schaffen, aber sie brauchen Zeit". 27. Mai 2011

"Die Menschen im Sudan sind kriegsmüde"    
Interview mit DAHW-Vertreterin Leonore Küster
Das Gespräch führte Andreas Jungbauer /MAIN-POST Würzburg
31. Januar 2011 

Referendum über Unabhängigkeit im Süd Sudan
Pressemitteilung 7. Januar 2011


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