Teures Leben für arme Menschen

Besorgt untersucht Dr. Amekuse, der medizinische Berater der DAHW, einen jungen Patienten

DAHW spürt die Folgen der Preissteigerungen


(Würzburg, 26. August 2008). Während die Preissteigerungen den Menschen in Deutschland schon Sorgen bereiten, ist die Lage für die Bewohner von armen Ländern bereits katastrophal: In Togo haben sich die Preise für Lebensmittel allein von Januar bis Juni 2008 fast verdreifacht. Das ergab eine Erhebung der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) in dem westafrikanischen Land.

Demnach haben 1,5 Kg Mais im Dezember 2007 noch 350 CFA (ca. 0,53 Euro) gekostet, im Juni 2008 bereits 1.000 CFA (ca. 1,51 Euro). Andere Grundnahrungsmittel wie Hirse und Bohnen verteuerten sich um bis zu 175 %. Für einen Liter Milch muss eine Krankenschwester in Togo jetzt fast vier Tage arbeiten, die Kollegin in Deutschland hingegen nur 6 Minuten.

"Die Preise in Togo sind auf einem Niveau, dass viele Menschen ihre Familien nicht mehr ernähren können“, lautet das traurige Fazit von Franz Wiedemann, DAHW-Repräsentant in dem westafrikanischen Land: "Umgerechnet auf die jeweilige Kaufkraft ist das so, als ob in Deutschland ein Liter Milch oder ein Kilo Kartoffeln 20 Euro kosten würde und eine Flasche Limonade 6,50 Euro.“

Dramatische Folgen für die Entwicklung der armen Länder

Durch die Preissteigerungen sinken die Reallöhne, dies führt laut Wiedemann auch zum gefürchteten "brain-drain“, dem Abwerben von gut ausgebildeten Menschen durch reichere Länder: "Wenn unsere medizinischen Mitarbeiter Angebote von Unternehmen aus den reichen Industrienationen bekommen, können wir finanziell nicht mithalten.“ Der langfristige Aufbau von Entwicklungszusammenarbeit kann dadurch völlig zerstört werden.

DAHW-Geschäftsführer Jürgen Hammelehle fordert eine Richtungsänderung in den reichen Ländern: "Die Staats- und Regierungschefs der reichen Länder haben sich bei den sogenannten Millenniums-Entwicklungszielen auf den Kampf gegen Infektionskrankheiten und vor allem auf die weltweite Bekämpfung der Armut verständigt. Wir als Hilfswerk tragen mit Hilfe unserer Spenderinnen und Spender jeden Tag dazu bei, diesen Zielen näher zu kommen. Aber auch die Politik ist zunehmend gefragt, ihren Versprechungen auch wirklich nachzukommen – denn teure Lebensmittel fördert die Mangelernährung und damit auch die Krankheiten der Armut.“

"Togo ist nur ein Beispiel für viele Entwicklungsländer“, so die Erfahrungen von Franz Wiedemann: "Solange Börsenspekulationen auf Lebensmittel lukrativer sind als ehrliche Arbeit und die Landwirtschaft in reichen Ländern hoch subventioniert wird, leiden zahlreiche Hilfsprojekte unter der Preisschraube.“

In Togo ist die DAHW mit mehreren Hilfsprojekten flächendeckend vertreten, darunter auch die Nationalprogramme gegen Lepra- Tuberkulose und Buruli Ulcer. Weltweit arbeitet die DAHW mit 295 Hilfsprojekten in 35 Ländern.


So sind wir wieder auf Ihre Spenden angewiesen.

-> Helfen Sie uns bitte, damit wir uns weiter um die Menschen in Togo kümmern können.


Franz Wiedemann, Repräsentant der DAHW in Togo, mit  kleinen Patienten der Buruli-Ulcer-Klinik in Tsevié

Franz Wiedemann, Repräsentant der DAHW in Togo, mit  kleinen Patienten der Buruli-Ulcer-Klinik in Tsevié

Um die Preissteigerungen und die Relationen für uns in Deutschland zu veranschaulichen, finden Sie Zahlenbeispiele von Franz Wiedemann als pdf-Datei zum Downloaden. 

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