Weltaidstag am 01. Dezember 2005

Drastisch hat ein afrikanischer Kuenstler den Schrecken von Aids ausgedrückt

DAHW: Aids und Armut gleichzeitig bekämpfen


Mehr Gesundheitsdienste nötig, um Epidemie in Afrika aufzuhalten

(Würzburg, November 2005) Die Verbreitung von Aids in Afrika kann nur wirksam aufgehalten werden, wenn es gelingt, flächendeckend Gesundheitsdienste aufzubauen. Der Kampf gegen die tödliche Epidemie ist damit untrennbar verbunden mit dem Kampf gegen Armut und Unterentwicklung. Darauf weist die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) anlässlich des Weltaidstags am 1. Dezember hin.

"Die Herstellung und Finanzierung von Medikamenten ist nicht das einzige Problem, wenn man den Aidskranken helfen will“, erklärt Jürgen Hammelehle, DAHW-Geschäftsführer und Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Aids. "Es muss auch die Frage beantwortet werden, wie die Vergabe der Medikamente optimiert werden kann.“

"Für viele Patienten wären zwar genügend Medikamente vorhanden, aber all zu oft fehlen die Gesundheitsdienste“, so der DAHW-Geschäftsführer. "Gerade in Afrika ist die zunehmende Verbreitung der Krankheit auch eine Folge eines oft kaum vorhandenen Gesundheitssystems.“

Der Kampf gegen Aids steht damit vor dem gleichen Problem wie der Kampf gegen die Tuberkulose (TB), die in Afrika ebenfalls mehr und mehr um sich greift. Besonders fatal ist dabei, dass die beiden Krankheiten eine tödliche Verbindung eingegangen sind.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist TB die häufigste Todesursache bei Aidspatienten: Jeder neunte Aids-Tode ist auch ein Opfer der TB. In einigen afrikanischen Ländern sogar jeder zweite. Das von dem HI-Virus angegriffene Immunsystem ist zu schwach, um die TB-Bakterien in Schach zu halten.

Die DAHW bietet in Afrika gemeinsam mit lokalen Partnern in fünf Projekten eine gezielte TB-Behandlung von Aidskranken an. Mitarbeiter führen unter anderem HIV-Tests durch und klären über Ansteckungswege auf. Die Patienten bekommen lebensrettende Medikamente und erfahren, wie man andere vor den beiden Krankheiten schützen kann.

"Das umfassende Behandlungsangebot hat sich bewährt“, so Jürgen Hammelehle. "TB-Patienten sind eher zu einem HIV-Test bereit, wenn sie wissen, dass sie auch Medikamente bekommen, die vor den Folgen von Aids schützen. So wird ihnen ein Bewusstsein für die Krankheit gegeben. Sie achten stärker darauf, andere nicht anzustecken.“

DAHW-Geschäftsführer Jürgen Hammelehle steht für Interviews zur Verfügung.

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