Zahl der TB-Erkrankungen steigt auf 9,2 Mio.

Neue Zahlen liegen vor: fast 1,7 Mio. Tote im Jahr 2006


(Würzburg / Münster, 19. März 2008). Fast 9,2 Millionen Menschen sind im Jahr 2006 neu an Tuberkulose erkrankt. Das sind rund 400.000 mehr als im Vorjahr. Nach diesen aktuellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Zahl der TB-Neuerkrankungen um 4,5% angestiegen.

Experten der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) führen diese Steigerung auf eine weitere Verarmung vieler Entwicklungsländer zurück: "Tuberkulose ist ganz klar eine Krankheit der Armut – wer sich ausreichend und ausgewogen ernähren kann und in einem sauberen Umfeld wohnt, wird daran nur sehr selten erkranken“, betont die DAHW-Medizinerin Dr. Barbara Oberhauser: "Im gleichen Maße, wie die Zahl der Armen steigt, erhöht sich auch die Zahl der TB-Patienten.“

Tuberkulose tötet: Zahl der Opfer steigt um 5%

Die Zahl der TB-Opfer ist um 5% gestiegen: 2006 sind insgesamt 1,656 Mio. Menschen an der gefährlichen Infektionskrankheit gestorben, im Vorjahr waren es 1,577 Mio. Opfer. Damit ist Tuberkulose nach HIV/Aids die am häufigsten zum Tode führende Infektionskrankheit. Für HIV/Aids-Patienten ist TB die häufigste Todesursache, denn ein geschwächtes Immunsystem begünstigt den Ausbruch.

TB-Erreger sind gegen viele Medikamente resistent

Das Problem der MDR-TB ist laut TB-Expertin Dr. Oberhauser von Menschen selbst verursacht: "Weil es in vielen Ländern für arme Menschen kaum Zugang zu Gesundheitsdiensten gibt, werden die Patienten oftmals falsch behandelt oder brechen eine angefangene, eigentlich richtige Behandlung vorzeitig ab.“

Durch den Abbruch einer Therapie mit Antibiotika werden die überlebenden Bakterien resistent gegen diese Medikamente und können beim nächsten Ausbruch der Krankheit oder bei Übertragung auf andere Menschen nicht mehr mit diesen Mitteln behandelt werden. Die Medikamente für eine MDR-TB sind mehr als hundertmal so teuer als eine Standard-Therapie. Mittlerweile gibt es bereits Erreger, die gegen nahezu alle bekannten Antibiotika resistent sind, die "XDR-TB“.

Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) fördert Programme zur TB-Kontrolle in 24 Ländern. Sie setzt sich besonders für die Zusammenarbeit aller im Gesundheitsdienst Tätigen ein. So erhalten auch die Ärmsten der Armen Zugang zu einer schnellen Diagnose und der richtigen Therapie. Die DAHW ist Mitglied der weltweiten Stop TB-Partnerschaft der WHO.

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