Das gemeinschaftliche oder Ehegattentestament

Zusammenhalt staerkt - eine Familie kaempft gegen die Krankheit

Den Lebenspartner absichern


Eine der gebräuchlichsten Formen der gemeinschaftlichen letztwilligen Verfügungen unter Eheleuten (auch gemäß Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG) eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartner) ist das sogenannte „Berliner Testament“. Die Ehepartner setzen sich dabei gegenseitig zu Alleinerben ein, mit der zusätzlichen Bestimmung, dass nach dem Tode des letztversterbenden Ehepartners das Vermögen auf einen Dritten (meist die gemeinsamen Kinder) übergehen soll. Dem überlebenden Ehegatten verbleibt das Vermögen bis zu dessen Tod zur freien Verfügung und fällt erst dann an den oder die gemeinsam bestimmten Dritten.

Zu beachten: Kinderlose Alleinstehende und die gesetzliche Erbfolge

 

Sind Sie alleinstehend und kinderlos, fällt Ihr Nachlass im Zuge der gesetzlichen Erbfolge an Ihre Eltern, Geschwister, Nichten und Neffen oder gegebenenfalls noch entferntere Verwandte. Gibt es keine Verwandten mehr, erhält der Fiskus Ihr gesamtes Vermögen. Für Sie gilt, was für Verheiratete auch gilt: Mittels eines Testamentes können Sie natürlich auch andere Personen, die Ihnen nahe stehen, bedenken oder karitative Ziele über Ihren Tod hinaus verwirklichen.


Tipp

Für die Erstellung eines Ehegattentestamentes gilt, was für ein Einzeltestament gilt. Bei einem handschriftlichen Ehegattentestament genügt es, dass es von einem Ehegatten verfasst, jedoch von beiden unterschrieben wird. 

Testament12

Gehen Sie kein Risiko ein

Das Unternehmertestament

Sind Sie als Unternehmer tätig, sollten Sie in jedem Fall eine letztwillige Verfügung treffen, denn in der Regel passen weder die gesetzliche Erbfolge noch bestimmte Standardverfügungen (wie zum Beispiel "Berliner Testament").

Als Unternehmer sollten Sie vilmehr durch Nachfolgeplanung Vorsorge für die Fortführung des Unternehmens einerseits und für die Absicherung der Familie andererseits treffen. Entscheidend ist hierbei die Verknüpfung erbrechtlicher Regelungen mit handels- und gesellschaftsrechtlichen sowie steuerrechtlichen Gesichtspunkten.

Die inhaltliche Gestaltung sollten Sie in Zusammenarbeit mit einem Fachanwalt für Erbrecht oder Ihrem Steuerberater vornehmen, die dann für Sie das richtige Unternehmertestament erstellt.


Testament15

Neue Wege gehen

Das Testament ändern oder widerrufen

Im Laufe der Jahre können sich Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse ändern. Daher sollten Sie Ihr Testament von Zeit zu Zeit auf seine inhaltliche Richtigkeit überprüfen.

Sie können jederzeit ein neues Testament verfassen. Wirksam ist immer das Testament, das Sie zuletzt verfasst haben. Frühere Testamente sollten Sie aus Sicherheitsgründen vernichten.

Selbstverständlich können Sie auch nur einzelne Passagen und Absätze Ihres handschriftlichen Testamentes erneuern, durchstreichen oder abändern. Allerdings müssen Sie diese Änderungen dann noch jeweils einmal an der Stelle mit Datum versehen und unterschreiben. Dies betrifft ebenso Zusätze auf gesonderten Blättern.

Auch das notarielle Testament können Sie widerrufen und neu verfassen lassen, wobei es bereits dann als widerrufen gilt, wenn das in amtliche Verwahrung genommene notarielle Testament an Sie zurückgegeben wird.

Gebunden sind Sie nur dann an Vereinbarungen, wenn diese in einem gegenseitigen Testament oder Erbvertrag mit wechselbezüglichem Inhalt enthalten sind und ein Beteiligter verstirbt.


Tipp

Vom Finanzamt anerkannte gemeinnützige Organisationen wie die DAHW sind von der Erbschaftsteuer befreit. Berücksichtigen Sie eine solche Organisation in Ihrem Testament, fallen für diesen Teil des Erbes keine Steuern an. Das Pflichtteilsrecht ist aber immer zu beachten.


weiter - Wie Sie Ihr Erbe möglichst ohne Steuerbelastung regeln

zurück zur Übersicht - Testament