Stichwort "Gemeindenahe Rehabilitation"

Lepra-Hand

Foto: DAHW/ Nikola Freygang

CBR Community based Rehabilitation steht für die Rehabilitation von Menschen mit Behinderung


Stichwort „Gemeindenahe Rehabilitation“ („CBR Community based Rehabilitation“) steht für die Rehabilitation von Menschen mit Behinderung in ihrer vertrauten Umgebung und geht weit über die bloße medizinische und physiotherapeutische Betreuung der Patienten hinaus. Wichtigster Bestandteil ist, dass sowohl die Betroffenen selbst aktiv am Entscheidungsprozess und während der ganzen Ausführung beteiligt sind, als auch ihre Familien, Nachbarn, Gemeinden und Behörden. Menschen mit Behinderung werden dazu befähigt, mit der Behinderung zu leben, ihr Potential zu entwickeln und zu nutzen und selbst über ihre Zukunft zu entscheiden. Außerdem soll das Gemeinwesen lernen, Verantwortung für die Menschen mit Behinderung zu tragen. Auf diese Weise werden sie als vollwertiges Mitglied in die Gemeinschaft und in wichtige Lebensbereiche wie Bildung, Wirtschaft und Kultur integriert.

Die „Gemeindenahe Rehabilitation“ hat sich erst allmählich entwickelt.

Beispiel Lepra: Im 19. und auch noch im 20. Jahrhundert verbannte man aus Angst vor Ansteckung an Lepra erkrankte Menschen von ihren Mitmenschen in speziell dafür errichtete Lepradörfer oder gar auf Leprainseln und schloss sie aus der Gesellschaft aus. Unter meist erbärmlichen Umständen fristeten sie dort ihr Leben. Die Kosten für diese Zentren waren immens, und man erreichte nur einen Bruchteil der tatsächlich erkrankten Menschen. Als Mitte des 20. Jahrhunderts die ersten erfolgreichen Medikamente zur Heilung der Krankheit eingesetzt werden konnten, begann man schließlich die Patienten auszusiedeln und versuchte, sie zu einem selbständigen Leben zu befähigen.

Daraus entstanden die Maßnahmen der sogenannten „sozio-ökonomischen Rehabilitation“ (SER), die auch die DAHW handhabte. Menschen mit Lepra erhielten Schulbildung, Unterkünfte, konnten an einkommensschaffenden Maßnahmen teilnehmen und erhielten Zugang zu Beratungsleistungen. Jetzt erreichte man von Lepra betroffene Individuen und deren Familien, wobei jedoch das Gemeinwesen kaum eingebunden wurde.

Um die noch bestehenden Vorurteile gegenüber Lepra und anderen Krankheiten und Behinderungen abzubauen, gingen viele Organisationen, so auch die DAHW, zur „Gemeindenahen Rehabilitation“ über. Hierbei wird das gesamte Umfeld einbezogen. Außerdem richtet sich CBR nicht nur an Menschen mit Lepra, sondern ist offen für alle Menschen mit Behinderung, unabhängig davon, worauf die Behinderung zurückzuführen ist. Darüber hinaus fördert man noch stärker die Eigenständigkeit und das Selbstbewusstsein der Menschen mit Behinderung und reduziert das Stigma gegenüber von Lepra betroffenen Menschen.


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Richtlinien für die gemeindenahe Rehabilitation