DAHW: Zahlen, Daten, Fakten

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Die DAHW untersützt Patienten damit sie trotz Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben führen können. Foto: Florian Kopp

Am 18. Januar 1957 gegründet, unterstützt die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe aktuell 165 Hilfsprojekte in 20 Ländern mit 11.639.725 Euro. Darunter sind Krankenhäuser, Forschungs- und Sozialprojekte sowie nationale Kontrollprogramme zur Bekämpfung von Lepra und Tuberkulose.


In vielen Projekten steht inzwischen die soziale Arbeit mit den von Lepra betroffenen Menschen im Vordergrund: Vorurteile oder Diskriminierung abbauen und betroffene Menschen wieder in ihr gewohntes Umfeld integrieren.

Die DAHW setzt sich für Menschen mit Behinderung ein: Ziel ist es, durch „gemeindenahe Rehabilitation“ einerseits Menschen zur Teilhabe am Leben ihrer Gemeinde zu befähigen, andererseits die Gemeinde für die Rechte und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung zu sensibilisieren.

Im Jahr 2014 sind mehr als 220.000 Menschen neu an Lepra erkrankt. Zwar weist die Statistik der Weltgesundheitsorganisation WHO lediglich 213.899 Neuerkrankungen aus (Vorjahr: 215.656), allerdings haben einige Länder falsche oder überhaupt keine Daten geliefert. Experten der ILEP Internationale Vereinigung der Lepra-Hilfswerke) schätzen die realistischen Zahlen zwischen 220.000 und 250.000.

Rund 95 Prozent aller Patienten stammen aus den Schwerpunktländern Äthiopien, Bangladesch, Brasilien, Indien, Indonesien, Kongo, Liberia, Madagaskar, Myanmar, Nepal, Nigeria, Philippinen, Sri Lanka, Südsudan, Tansania und Uganda. In neun dieser Länder (fett markiert) unterstützt die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe zahlreiche Lepra-Projekte.

In Deutschland gab es seit 2012 insgesamt sechs Neuerkrankungen, in allen Fällen haben Lepra-Experten aus Würzburg ihre Kollegen vor Ort fachlich unterstützt. Hier zahlt sich die enge Verbindung von DAHW und Missionsärztlicher Klinik in Würzburg aus: Prof. Dr. August Stich ist ehrenamtliches Vorstandsmitglied und medizinischer Berater der DAHW sowie Chefarzt der Missionsärztlichen Klinik, Dr. Eva-Maria Schwienhorst, Sandra Parisi und Dr. Christa Kasang arbeiten ebenfalls für beide Institutionen. Nirgendwo sonst in Deutschland sind fachliche und praktische Lepra-Expertise so eng vernetzt.

In Deutschland ist Lepra nach WHO-Definition eliminiert. Dies gilt dann, wenn weniger als ein Patient pro 10.000 Einwohner sich zu einem bestimmten Stichtag in Behandlung befindet.

Wussten Sie schon, dass…

  • Lepra in Deutschland auch dann als „eliminiert“ gelten würde, wenn es aktuell 8.000 Patienten geben würde?
  • es allein in Berlin 320 Lepra-Patienten geben dürfte und die Krankheit in der Hauptstadt laut WHO immer noch als „eliminiert“ gelten würde?
  • mehr als 10% aller Patienten so spät entdeckt werden, dass sie bereits bei der Diagnose sichtbare körperliche Schädigungen haben?
  • rund vier Millionen Menschen weltweit Behinderungen durch Lepra haben?
  • jeder elfte Lepra-Patient ein Kind ist, in einigen Regionen sogar jeder dritte?
  • man heute immer noch nicht genau den Übertragungsweg kennt, kein wirksamer Impfstoff vorliegt und wissenschaftlich nicht geklärt ist, warum nach einer Infektion ein Mensch krank wird und ein anderer gesund bleibt?
  • ca. 90% aller Menschen weltweit genetisch resistent gegen Lepra sind?
  • Lepra eine Inkubationszeit bis zu 30 Jahren hat?
  • in einigen Ländern immer noch Gesetze existieren, die von Lepra betroffene Menschen diskriminieren?
  • Lepra vollständig und einfach heilbar ist?
  • die Therapie für einen Patienten im Durchschnitt nur 50 Euro kostet?

So können Sie helfen:

Unterstützen Sie unsere Lepraarbeit - wenn Sie glauben, dass 230.000 Neuerkrankungen 230.000 zu viel sind.


Die DAHW steht für eine nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit und für Kontinuität in den Hilfsprojekten. Die Mitarbeiter in den Projekten stammen überwiegend aus den jeweiligen Regionen.

Die DAHW ist Mitglied folgender Bündnisse:

ILEP - Internationale Vereinigung der Lepra-Hilfswerke

15 Lepra-Hilfswerke koordinieren ihre weltweite Arbeit. Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, Millionen Menschen von Lepra zu heilen, weitere Schädigungen zu verhindern und Stigma abzubauen.

DNTDs - Deutsches Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten

Experten aus Wissenschaft, Unternehmen und NGOs tauschen ihre Erfahrungen beim Umgang mit NTDs und den betroffenen Menschen aus.

VENRO - Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen

Rund 120 deutsche Nichtregierungsorganisationen fordern gemeinsam die Umsetzung von Entwicklungszielen und die Bekämpfung der Armut.

BEH - Bündnis Entwicklung hilft

Als assoziiertes Mitglied setzt die DAHW Katastrophenhilfe oder Wiederaufbau in ihren eigenen Schwerpunktländern um.

Stop-TB-Partnerschaft

Initiiert von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzen sich 500 Organisationen für eine kontrollierte und weltweit standardisierte Behandlung aller TB-Patienten ein.

DZK - Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose

1895 mit Robert Koch gegründet, als TB auch in Deutschland noch die häufigste Todesursache war. Aufgabe ist die Vernetzung von Forschung, Lehre und Praxis.

Aktionsbündnis gegen Aids

Rund 400 Organisationen der Aids- und Entwicklungszusammenarbeit wollen im Kampf gegen Aids Politik und Pharma-Industrie in die Verantwortung nehmen.


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