Lepra und Behinderung

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Ehemalige Leprapatienten im liberianischen Ganta fertigen Matten an, die sie verkaufen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Foto: DAHW

Fakten und Vorurteile Kaum eine Krankheit ist so mit Vorurteilen belastet wie Lepra, bis heute werden Patienten deshalb ausgestoßen. Obwohl die Krankheit seit vielen Jahren heilbar ist, scheuen sich viele Menschen sogar, ehemaligen Leprapatienten die Hand zu geben oder nur in deren Nähe zu sein.


Das Stigma dieser Krankheit – Verunstaltungen an Gliedmaßen oder im Gesicht – ist deutlich sichtbar und macht es den Patienten unmöglich, ein normales Leben zu führen. Ohne Unterstützung hätten die meisten von ihnen keine Chance, sich und ihre Familien zu ernähren.

Lepra ist durch einen Mix aus drei Antibiotika (MDT, Multi-Drug-Therapy) vollständig heilbar. Mit Beginn der Therapie kann ein Patient die Krankheit nicht mehr weiter übertragen, nach der Heilung ist er kein „Leprakranker“ mehr, sondern wie bei jeder anderen Krankheit auch ein ganz normaler, nun gesunder Mensch.


Was Ihre Hilfe bewirkt:

Ihre Spende hilft uns dabei, der Stigmatisierung und Diskriminierung ehemaliger Leprapatienten Grenzen zu setzen.


Trotzdem glauben viele Menschen lieber alten Vorurteilen. Bei keiner anderen Krankheit werden die Betroffenen auch nach einer vollständigen medizinischen Heilung so hartnäckig weiterhin als „Kranke“ bezeichnet oder mit ihrer früheren, längst überwundenen Erkrankung in Verbindung gebracht.

So entstehen die typischen Verstümmelungen

Lepra ist eine Haut- und Nervenkrankheit und verursacht Gefühllosigkeit. Dies betrifft zumeist Gesicht, Arme oder Beine. Folgen sind die typischen Behinderungen: Weil Nerven geschädigt sind, merken betroffene Menschen nicht, wenn die Haut verletzt wird. Die sich daraufhin bildenden Entzündungen und Geschwüre führen zum Absterben ganzer Gliedmaßen oder zu Entstellungen im Gesicht.

Weitere Folgen sind Lähmungen von Gliedmaßen aufgrund der unterbrochenen Nervenstränge. Finger, die nicht mehr bewegt werden können, verkümmern in unförmiger Stellung zu „Krallenhänden“. Wenn ein Fuß nicht mehr gehoben werden kann, wird Laufen zur Qual. Augenlider, die sich nicht mehr schließen lassen, führen zur Erblindung.

Stigmatisierung und Diskriminierung

In den Ländern der Armut, in denen Lepra heute noch vorkommt, ist eine Akzeptanz von Menschen mit Behinderung kaum vorhanden. Was zählt, ist die Arbeitskraft.

Ein Mensch mit Behinderung hat in diesem System große Nachteile und kaum Aussichten auf regelmäßige Beschäftigung. Die Tatsache, dass seine Behinderungen durch Lepra verursacht wurden und dies auch deutlich sichtbar ist, vergrößert diese Nachteile enorm.


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