Der Welt-Tuberkulose-Tag
Noch viele TB-Kranke warten auf ihre Behandlung. Wie hier in Nepalgunj ermöglicht die DAHW in weltweit 215 Hilfsprojekten allen Menschen Zugang zu Diagnose und Therapie, unabhängig von Einkommen, Herkunft, Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit.
Das Datum: 24. März
Vor genau 130 Jahren, am 24. März 1882 beschrieb der deutsche Mediziner Robert Koch erstmals das „Mycobacterium tuberculosis“, den Erreger der Tuberkulose. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den 24. März genau 100 Jahre später zum Welt-Tuberkulose-Tag erklärt, um auf die Gefahren durch die TB aufmerksam zu machen.
Wussten Sie schon, dass…
- täglich mehr als 4000 Menschen weltweit an Tuberkulose sterben?
- rund 650.000 Menschen an multiresistenter TB (MDR-TB) erkrankt sind?
- dass 2010 rund 150.000 Menschen an MDR-TB gestorben sind?
- TB die am häufigsten zum Tode führende heilbare Infektionskrankheit ist?
- in vielen Ländern TB die häufigste Todesursache ist?
- seit 1966 keine neuen Medikamente gegen TB entwickelt wurden?
- es auch in Deutschland jährlich fast 5.000 TB-Fälle gibt?
MDR und XDR: Resistente und höchst gefährliche Formen der TB
Resistente TB-Erreger wurden von Menschen erschaffen. Auslöser dafür sind Therapien mit Antibiotika, die vor Abtötung aller Bakterien abgebrochen wurden. Die verbliebenen Bakterien haben gegen die verabreichten Medikamente Resistenzen entwickelt. Multiresistente Erreger (MDR-TB) sind gegen die zwei wichtigsten Antibiotika der Standard-Therapie resistent.
Patienten mit einer MDR-TB benötigen spezielle und deutlich teurere Medikamente. Aber auch hier passiert der Fehler, dass eine Therapie nicht absolut korrekt bis zum Ende durchgehalten wird. Als Folge sind Erreger der XDR-TB entstanden, einer extremen Form der Multiresistenz. Diese Erreger sind gegen weitere Antibiotika resistent (mindestens vier der wichtigsten Medikamente). Für XDR-Patienten gibt es nur wenige, ebenfalls extrem teure Medikamente.
Inzwischen gibt es sogar TB-Erreger, die gegen alle bekannten Medikamente resistent sind. Diese gefährlichste Form der resistenten TB ist bisher weder erforscht noch behandelbar. Sie endet in ca. 60% aller Fälle tödlich.
Für alle Formen von resistenter TB gilt, dass die Erreger von den Patienten auch auf andere Menschen übertragen werden können. Das größte Problem ist die genaue Diagnose: Werden Resistenzen nicht oder zu spät entdeckt, wird auch die Therapie nicht erfolgreich sein. Eine genaue Diagnose der Resistenzen ist erforderlich, um die richtigen Ausweichmedikamente zu finden. Allerdings gibt es in vielen Ländern keine oder kaum spezialisierte Labors, die solche Diagnosen auch sicher erstellen können.
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Tuberkulose-Behandlung in Nepal
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