Die größten Irrtümer zu Tuberkulose

Medikamenteneinnahme auf der Tuberkulose-Station

Informationen und Hintergründe


Im Online-Zeitalter verbreiten sich Gerüchte oder Halbwahrheiten mindestens genau so schnell wie belegte Tatsachen. Daher erläutert die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe die wichtigsten Irrtümer zu TB aus dem Internet.

„Ich habe gehört, die Krankheit sei schon fast besiegt.“
In den 1970er und 80er Jahren haben viele Wissenschaftler davon geträumt, alle Infektionskrankheiten bald besiegen zu können. Die Realität sieht leider anders aus: Seit 1990 hat sich die Zahl der TB-Patienten weltweit verdreifacht.

„Die Krankheit heilt auch ohne Medikamente meistens von selbst aus.“
Völlig falsch und dazu gefährlich: Ohne medizinische Behandlung stirbt jeder zweite Patient. Von den Überlebenden wird wiederum die Hälfte mit bleibenden Schäden leben müssen. Die früher üblichen „Liegekuren“ (wie in Thomas Manns Zauberberg) waren lediglich der Tatsache geschuldet, dass es damals noch keine Therapie gegen Tuberkulose gab. Darüber hinaus waren die TB-Hospitäler geschlossene Einrichtungen, in denen die infektiösen Patienten isoliert wurden.

„Ich bin geimpft und kann mich nicht anstecken.“
Die BCG-Impfung wurde 1921 erfunden und hat nur bei Kleinkindern bis zum Alter von 6 Jahren eine schützende Wirkung. Daher wird sie von den Gesundheitsbehörden in Deutschland seit 1998 nicht mehr empfohlen.

„Ich hatte Kontakt zu einem Patienten und muss mich jetzt testen lassen.“
Wichtig ist der Kontakt mit dem zuständigen Gesundheitsamt, wo man zunächst einige Fragen beantworten muss. In bestimmten Fällen werden auch Kontaktpersonen untersucht. Mediziner der Gesundheitsämter verfügen zumeist über besonders gute Kenntnisse zu Krankheiten wie Tuberkulose.

„Mein Test war negativ, ich habe mich also nicht angesteckt.“
Mit den bekannten Diagnosemethoden kann eine Infektion vor dem Ausbruch der Krankheit nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Erst ca. 8 Wochen nach einer möglichen Ansteckung steigt die Aussagekraft eines Tests. Daher gilt: Wer später Symptome von TB bemerkt (anhaltender Husten, auch mit Auswurf, Kraftlosigkeit, Nachtschweiß, Gewichtsabnahme), sollte sich nochmals testen lassen.

„TB ist bei den medizinischen Möglichkeiten in Deutschland kein Problem.“
Grundsätzlich stimmt das, sofern die Krankheit rechtzeitig entdeckt wird, selbst wenn die Erreger schon Resistenzen gegen die gängigen Antibiotika haben. Inzwischen gibt es allerdings Erreger, die resistent gegen alle bekannten Medikamente sind. Hier ist eine Behandlung nicht möglich – egal, in welchem Land.

„TB ist eine reine Lungenkrankheit“
Tuberkulose kann nahezu jedes Organ im menschlichen Körper befallen, bei 80% aller TB-Erkrankungen ist die Lunge betroffen. Dann können die Bakterien durch die Atemluft übertragen werden, allerdings nur im Stadium der „offenen TB“. Sind die befallenen Stellen durch das Immunsystem eingekapselt, kann ein Patient die Krankheit nicht mehr übertragen. Eine medizinischen Behandlung tötet die Bakterien in der Lunge innerhalb von Wochen ab.


Das stille Sterben durch Tuberkulose
Pressemitteilung zum Welt-Tuberkulose-Tag 2012

Pressebilder zum Welt-Tuberkulose-Tag 2012


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Tuberkulose: Zahlen, Daten, Fakten
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Reportage

"Mir schien, als würde die Luft immer dünner."
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