Welt-Tuberkulose Tag 2016: TB, die tödliche Kankheit

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Krankheit der Armut - Diagnose - Therapie


Krankheit der Armut

Nach seriösen Schätzungen ist jeder dritte Mensch weltweit mit dem TB-Erreger Mycobakterium Tuberculosis infiziert. Ist das Immunsystem intakt, können die Bakterien Jahrzehnte im Körper überdauern, ohne Schaden anzurichten.

Schwere Krankheiten wie HIV/AIDS oder Diabetes, fehlende Hygiene, dauerhaft hohe Anstrengungen sowie Unter- oder Mangelernährung schwächen das Immunsystem, die Krankheit kann ausbrechen. Diese Faktoren spielen zumeist in armen Ländern bzw. bei armen Menschen eine Rolle. Auch in Flüchtlingslagern oder auf dem langen Fluchtweg ist das Risiko einer TB-Erkrankung daher deutlich erhöht.

Symptome der Krankheit sind Kraftlosigkeit, Nachtschweiß, Gewichtsabnahme sowie andauernder Husten, auch mit Auswurf. Von vielen Patienten wird dies wie eine Erkältung wahrgenommen und daher zunächst vernachlässigt.


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Diagnose

Früher war der Hauttest mit Tuberkulin Standard, dieser spielt aber durch seine mangelnde Zuverlässigkeit inzwischen eine untergeordnete Rolle. Relativ einfach ist der Sputum-Test, bei dem der Erreger mikroskopisch im Auswurf festgestellt wird. Etwas zuverlässiger wird dieser Test, wenn dafür Kulturen angelegt werden. Durch die langsame Vermehrung der TB-Bakterien dauert dies aber mehr als vier Wochen.

Mit Röntgenbildern kann man die Lungen-TB und die an Lymphknoten im Brustkorb feststellen – allerdings nur diese beiden Formen. Zwar ist Lungen-TB die häufigste Erkrankung, jedoch können die TB-Erreger auch jedes andere Organ befallen.

Aufwändige immunbiologische Verfahren wie der Interferon-Test bieten zwar hohe Sicherheit bei schnellem Ergebnis, können jedoch nicht zwischen der reinen Infektion mit dem TB-Erreger und einer ausgebrochenen TB-Erkrankung unterscheiden. Zudem muss ein Labor hochwertig ausgestattet sein und über sehr gut ausgebildete Mitarbeiter verfügen, also schwierig in armen Ländern.

Das auf molekularbiologische Untersuchung basierende Testverfahren GenXpert bietet eine relativ zuverlässige und schnelle Diagnose, liefert Hinweise auf Resistenzen und wird in DAHW-Projekten verstärkt eingesetzt.

Therapie

Die weltweit standardisierte Therapie besteht aus den vier Antibiotika Rifampicin, Isoniazid, Ethambutol und Pyrazinamid, die beiden letztgenannten jedoch lediglich in den ersten beiden Monaten. Als Alternativen, z.B. bei Unverträglichkeiten, stehen weitere Medikamente zur Verfügung. Die Standard-Therapie ist wegen abgelaufenen Patentschutzes preiswert, hat jedoch teilweise sehr starke Nebenwirkungen.

Der Antibiotika-Mix muss über sechs Monate regelmäßig eingenommen werden, bei Organbefall außerhalb der Lunge oder Resistenzen auch deutlich länger.

Für die Behandlung von multiresistenter Tuberkulose stehen nur Medikamente zur Verfügung, die noch unter Patentschutz stehen und daher sehr teuer sind. Auch für HIV-Patienten müssen einige Medikamente ersetzt und ergänzt werden.

Ohne Behandlung stirbt jeder zweite Patient an Tuberkulose, von den Überlebenden behält jeder Zweite bleibende Schäden. Ein erneuter Ausbruch der Krankheit ist bei nicht austherapierten Patienten jederzeit möglich, wenn das Immunsystem wieder geschwächt ist. In Deutschland können davon Menschen betroffen sein, die in der Nachkriegszeit an TB erkrankt waren. Zum damaligen Zeitpunkt war eine wirksame Therapie nicht verfügbar.


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