Welt-Tuberkulose-Tag 2016: Zahlen, Daten, Fakten

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Hintergründe zum Welt-Tuberkulose-Tag am 24.03.2016


TB ist die am häufigsten zum Tod führende behandelbare Infektionskrankheit. Seit 2005, also in den vergangenen zehn Jahren, sind mehr als 90 Millionen Menschen an TB erkrankt und fast 16 Millionen Menschen daran gestorben. Jeder sechste Mensch stirbt also heute noch an einer Krankheit, obwohl sie relativ einfach zu behandeln ist.

 Daten / Jahr
Neuerkrankungen
weltweit (WHO)
Todesopfer weltweit (WHO)
Neuerkrankungen Deutschland (RKI)
 2000  9,0 Mio.
 2,0 Mio.
 7822
 2004  8,8 Mio.
 1,75 Mio.
 6643
 2005  9,2 Mio.
 1,58 Mio.
 6081
 2006  9,3 Mio.
 1,66 Mio.
 5428
 2007  9,4 Mio.
 1,77 Mio.
 5051
 2008  9,4 Mio.
 1,86 Mio.
 4579
 2009  8,8 Mio.
 1,7 Mio.
 4478
 2010  8,7 Mio.
 1,45 Mio.
 4420
 2011  8,8 Mio.
 1,42 Mio.
 4329
 2012  8,9 Mio.
 1,3 Mio.
 4233
 2013  9,0 Mio.
 1,46 Mio.
 4352
 2014  9,6 Mio.  1,49 Mio.  4488
"> 2015  k.A.  k.A.  5865
Quellen: Weltgesundheitsorganisation (WHO), Robert-Koch-Institut (RKI)

Die meisten Neuerkrankungen gab es 2014 mit rund 2,1 Mio. in Indien, das liegt allerdings auch an der mit fast 1,3 Milliarden Menschen sehr hohen Einwohnerzahl liegt. Ähnlich sieht die Situation in China aus mit offiziell rund 1,1 Mio. neuen Patienten.

Während in Asien die vielen erkrankten Menschen in den überbevölkerten Slums Sorgen bereiten, sind es in Afrika die Menschen, die an einer TB-HIV-Koinfektion leiden. Beispiel Mozambique: Von rund 27 Mio. Einwohnern sind 150.000 im Jahr 2014 neu an TB erkrankt, davon waren 85.000 (57%) HIV-Positiv. Todesopfer: 55.000, davon 37.000 (67%) HIV-Positiv.

Weltweit sind rund 12,5% aller TB-Patienten HIV-Positiv, was die Behandlung kompliziert und sehr teuer macht sowie oft zu schweren Nebenwirkungen führt. Von den rund 1,2 Mio. Patienten mit dieser TB-HIV-Koinfektion leben 870.000 auf dem afrikanischen Kontinent.

Von den insgesamt 9,6 Millionen Neuerkrankungen stammen 8 Millionen (83%) aus 22 Schwerpunktländern, in denen es auch 1,26 der 1,49 Millionen Todesopfer gab (85%). Die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe ist in acht dieser Schwerpunktländer mit Programmen und Projekten vertreten (Äthiopien, Afghanistan, Brasilien, Indien, Nigeria, Pakistan, Uganda und Tansania).

Im laufenden Jahr 2016 unterstützt die DAHW 165 Projekte und Programme in 20 Ländern mit insgesamt 11,6 Mio. Euro.

Probleme mit den weltweiten Zahlen und der Statistik

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht einmal pro Jahr die Zahlen, die ihr von den nationalen TB-Kontrollprogrammen oder Gesundheitsministerien gemeldet wurden. Darin sind neben den registrierten Fällen auch Hochrechnungen enthalten, weil nicht alle erkrankten Menschen auch von den Gesundheitssystemen erfasst werden.

Manche Länder haben große Probleme, valide Zahlen zu erstellen und einige Länder nutzen die Hochrechnungen zu ihren Gunsten aus: Einige setzen die Zahlen aus Imagegründen niedriger an, andere wiederum schätzen sie deutlich höher, um mehr finanzielle Unterstützung bekommen zu können. Trotzdem bilden die Zahlen die Dringlichkeit ab, die in der Tuberkulosearbeit erforderlich ist.


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