Buruli - eine rätselhafte Krankheit

Buruli Ulcer wird durch das, dem Lepra-Bakterium verwandte, „Mycobacterium ulceran“ ausgelöst. Das Bakterium setzt ein Gift frei. Dieses frisst sich durch Gewebe, Knochen und Haut. Gleichzeitig unterdrückt es die Immunabwehr des Patienten.

Buruli verstümmelt vor allem Kinder (etwa 50% der Erkrankten sind jünger als 15 Jahre). Die Region „Buruli“ in Uganda hat der Krankheit ihren Namen gegeben.

Buruli kommt in 30 Ländern weltweit vor. Besonders häufig in sumpfigen, feuchten Gebieten West- und Zentralafrikas. Von Mensch zu Mensch wird Buruli wahrscheinlich nicht übertragen. Ein wirksamer Impfstoff ist noch nicht gefunden.

Kleine Knoten in der Haut sind die ersten Symptome.
Kleine Knoten in der Haut sind die ersten Symptome.
Foto: DAHW

Die ersten Symptome von Buruli sind kleine, nicht schmerzende Knoten oder Verhärtungen unter der Haut. Wird die Krankheit endlich erkannt, hat sie, ähnlich der Lepra, meist schon großen Schaden angerichtet. Wie Leprapatienten werden auch an Buruli erkrankte Menschen vielfach ausgegrenzt.

Sowohl die primäre Erkennung als auch die Behandlung eines Buruli-Ulcus erfordert ein sehr erfahrenes Team; so kann ein Geschwür oftmals bereits aufgrund seines Erscheinungsbildes als Buruli- Geschwür diagnostiziert werden. In jedem Fall aber muss der diagnostische Beweis geführt werden. Dies geschieht in spezifischen Laboruntersuchungen, zu denen etwas Gewebe entnommen werden muss. Heute sind diese Methoden so stark verfeinert, dass man bereits unter antibiotischer Therapie feststellen kann, ob die verursachenden Bakterien abgetötet wurden und Abheilung zu erwarten ist.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung von Geschwüren verursacht durch das Mycobacterium ulcerans (Buruli-Ulcus) ist kompliziert und langwierig. Folgende Behandlungsmaßnahmen werden eingesetzt:

  • eine aufwendige Wundpflege
  • die Gabe einer Kombination von Antibiotika gegen die Krankheitserreger
  • chirurgische Eingriffe
Nach den Hauttransplantationen: die Wunden sind geschlossen.
Nach den Hauttransplantationen: die Wunden sind geschlossen.
Foto: Michael Röhm / DAHW

Bis vor wenigen Jahren stand die chirurgische Therapie im Behandlungsvordergrund: das Geschwür wurde unter Mitnahme des sichtbar geschädigten Gewebes ausgeschnitten und die Wunde dann durch ein Hauttransplantat abgedeckt.

Heute steht die Kombinationsgabe von zwei Antibiotika über einen Zeitraum von 8 Wochen am Behandlungsanfang. Diese Therapie gilt heute aufgrund vieler Studien als verpflichtend und wurde als Leitlinie von der WHO festgeschrieben. Durch die initiale Medikamentenbehandlung (Antibiose) wird erreicht, dass entweder kleinere Geschwüre bereits vollständig abheilen oder aber größere sich deutlich verkleinern; wenn trotzdem eine Gewebeausschneidung erforderlich wird, kann dies in wesentlich begrenzterem Umfang durchgeführt werden. In dem Fall muss allerdings die verkleinerte Restwunde - nach oftmals längerer Wundpflege - dennoch durch ein Hauttransplantat gedeckt werden.

Die Erkrankung ist prinzipiell heilbar, wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen und verläuft nur ganz selten tödlich. Allerdings können schwerwiegende Komplikationen auftreten, z.B. in Form einer Versteifung von Gelenken und schweren Kontrakturen, wenn großflächigere Geschwüre sich lange Zeit ohne Behandlung über Gelenke ausdehnen und hierdurch zur Schrumpfung des darunterliegenden Gewebes führen. Diese Patienten müssen sich eventuell einer plastischen Operation und einer intensiven Physiotherapie zur Wiederherstellung der Gelenkfunktion unterziehen.