z.B. Mentoren helfen Patienten die lange Therapie durchzuhalten.
z.B. Mentoren helfen Patienten die lange Therapie durchzuhalten.
Foto: Harald Meyer-Porzky / DAHW

Wer ist besonders gefährdet?

Bestimmte Populationen und Gruppen von Menschen haben ein erhöhtes Tuberkuloserisiko – entweder aufgrund ihrer Lebensumstände oder ihrer genetischen Veranlagung. Gefangene, Migranten, indigene Gruppen, Kinder, die Bevölkerung der Slumgebiete der Megastädte oder Obdachlose sind einer erhöhten Tuberkuloseansteckung und einem höheren Risiko für schwere Verlaufsformen und hohe Sterblichkeit ausgesetzt.

Eine erfolgreiche Behandlung bedarf daher zusätzlicher Maßnahmen, die oft die allgemein angebotenen Leistungen übersteigen. Hier liegt eine spezielle Aufgabe der DAHW, da uns die Unterstützung marginalisierter Gruppen besonders am Herzen liegt. Einige Beispiele und spezielle Probleme, an denen die DAHW ansetzt, seien hier aufgeführt: 

  • Kinder benötigen Medikamente in niedrigerer Dosierung sowie eine diagnostische Methode zur Tuberkulose-Bestimmung, die nicht auf Mikroskopie basiert. Denn Kinder können oft  kein Sputum  aushusten. Darüber hinaus befällt die Tb bei Kindern ganz oft andere Organe/Körperteile als die Lunge- dies erschwert zusätzlich die Diagnose.
  • Migranten benötigen eine verkürzte Behandlungsdauer oder spezielle soziale Unterstützung, da ihre ökonomische Situation sie zum Reisen zwingt.
  • Die überfüllten und extrem verarmten Lebensumstände in Slums rufen alle möglichen Krankheiten hervor, die Angebote zur Gesundheitsversorgung sind jedoch rar und meist auch von unterdurchschnittlicher Qualität.
  • Indigene oder besondere Stammesgruppen leben oft sehr isoliert, ohne Zugang zu Gesundheitsleistungen. Gewisse indigene Gruppen zeigen eine Reaktion auf eine Tuberkuloseinfektion, die der Reaktion eines HIV-infizierten entspricht: sie entwickeln sofort disseminierte Formen der Erkrankung ohne die klassische Immunantwort.
  • Gefangene gelten als Gruppe mit sehr hohem Erkrankungsrisiko – extrem schlechte Lebensbedingungen, überfüllte Räume, schlechte Ernährung und eine kaum vorhandene Gesundheitsversorgung lassen die Inzidenz in Gefängnissen in die Höhe schnellen.