Mit Plakaten wird über AIDS aufgeklärt.
Mit Plakaten wird über AIDS aufgeklärt.
Foto: DAHW

Weltweit sind circa 1,2 Millionen Menschen mit Tuberkulose und HIV co-infiziert. Dies entspricht 15% aller Tuberkulosepatienten. In den Ländern des südlichen Afrikas steigt dieser Prozentsatz auf bis zu 80% aller Erkrankten. In HIV Hochprävalenz-Ländern hat sich die Zahl der Tuberkulose-Fälle in den letzten 20 Jahren verdreifacht. Im Zuge einer verstärkten und erfolgreicheren Behandlung von HIV-Erkrankten geht jedoch auch diese Zahl stetig zurück. 

Die Weltgesundheitsorganisation WHO informiert in ihrem aktuellen Bericht, dass im Jahr 2015 400.000 HIV infizierten Menschen an der Co-Infektion mit Tuberkulose gestorben sind.  

Denn HIV und TB bilden eine tödliche Kombination, da die eine jeweils den Fortschritt der anderen Krankheit beschleunigt. So werden sich Menschen, die mit HIV leben, aller Voraussicht nach 20 bis 30 Mal häufiger mit Tuberkulose infizieren als andere. Mehr als 70 der koinfizierten Patienten  leben in Afrika.

Die HIV-Epidemie ist ein wichtiger Grund für die schwere Tuberkuloseepidemie in Afrika. Die Diagnose bereitet oft große Schwierigkeiten, da man die Krankheit mit Mikroskopie im fortgeschrittenen Stadium von HIV nicht erkennen kann. Die Möglichkeit zur Diagnose und Behandlung sputum-negativer und extrapulmonaler TB ist in HIV-Hochprävalenzländern sehr wichtig, stellt allerdings immer noch eine große Anforderungen an die Gesundheitssysteme, da keine leicht anwendbare Diagnosemethode zur Verfügung steht. Einmal erkannt, ist die Tuberkulose bei HIV-infizierten genauso zu behandeln wie bei nichtinfizierten. Allerdings besteht eine Wechselwirkung zwischen routinemäßig eingesetzten HIV-Medikamenten und Rifampicin, was die gleichzeitige Gabe von HIV Medikamenten erschwert.