Klinikpartnerschaften

Gemeinsam Gesundheit stärken!

Auf Initiative von Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gemeinsam mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) 2016 das Förderprogramm Klinikpartnerschaften ins Leben gerufen, um die Zusammenarbeit zwischen deutschen Organisationen des Gesundheitssektors und Partnerinstitutionen in Ländern des Globalen Südens zu unterstützen.

Durch Wissenstransfer, Erfahrungsaustausch und innovative Konzepte sollen in den Kooperationsländern Kapazitäten aufgebaut, die Qualität gesichert und die Gesundheitsversorgung langfristig verbessert werden. Fachlich wird die Initiative vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) begleitet. Zwei Mal im Jahr finden Ausschreibungen mit einer Summe von bis zu 50.000 Euro für maximal zwei Jahre statt. Aktuell werden in 51 Ländern 182 Projekte mit 900 Partnern umgesetzt (Stand 06/2020).

Für die Durchführung des Förderprogramms ist die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH verantwortlich. Ziel der fachlich-inhaltlichen Begleitung auf BAsis des Peer-to-Peer-Konzeptes ist es, Klinikpartner*innen mithilfe der GIZ-Fachstrukturen und in Kooperation mit den weltweiten GIZ-Vorhaben zu befähigen, Ansätze und Methoden der internationalen Zusammenarbeit – unter Einhaltung ethischer und wissenschaftlicher Standards – zu nutzen.

Weitere Informationen hierzu unter www.klinikpartnerschaften.de.

Aktuelle Klinikpartnerschaften der DAHW

In Liberia arbeitet die DAHW mit dem Ganta Leprosy Rehabilitation Center (GLRC) zusammen, um im Bereich der vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) die Laborkapazitäten in der Klinik auszubauen. Das GLRC ist das einzige Referenzzentrum für Tuberkulose (TB), multiresistente Tuberkulose (MDR-TB) und für NTDs in Liberia. Da der Patient*innen-Zustrom entsprechend hoch ist, reicht die aktuelle Labor-Ausstattung nicht aus. Durch die Einführung neuer diagnostischer Verfahren und Qualitätsstandards sowie durch Fort- und Weiterbildungen des Personals werden die Kapazitäten ausgebaut und die Versorgungsqualität für die Patient*innen optimiert.

In Uganda kooperiert die DAHW mit dem St. Joseph´s Hospital Maracha, das in einer der ärmsten Regionen des Landes gelegen ist. Infolge von medizinischer Unterversorgung und Mangelernährung leben in diesen ländlichen Gebieten besonders viele Menschen mit körperlichen Behinderungen. Ihr Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe sowie zu Bildung und Arbeit ist extrem eingeschränkt. Um diesen Kreislauf aus Armut und chronischer Krankheit zu durchbrechen, erhalten medizinische Fachkräfte spezielle Schulungen, um Risiko-Patient*innen schneller erkennen und effizienter behandeln zu können. Sog. „Village Health Teams“ (Gesundheits-Dorfhelfer*innen) bieten Teile der medizinischen Versorgung mobil direkt vor Ort an und klären über Prävention und Behandlungsmöglichkeiten auf und stellen gemeinsam mit den Patient*innen mit vor Ort verfügbaren Materialien Krücken, Rollstühle und andere Hilfsmittel her.

In Tansania besteht eine langjährige Partnerschaft zwischen der DAHW und der tansanischen Organisation PASADA, die sich auf die Bekämpfung von HIV und Tuberkulose (TB) spezialisiert hat. Um die Ausbreitung von TB zu verringern, hat man in Daressalam und Umgebung insgesamt 25 dezentrale Tuberkulose-Diagnose-Zentren („TB Rapid Assessment Points“, TRAPS) eingerichtet. In diesen sind ehemalige TB-Patient*innen als Gemeindehelfer*innen aktiv, um in ihrer bekannten Umgebung neue Fälle von Tuberkulose frühzeitig zu erkennen. Sie führen Aufklärungsveranstaltungen durch und nehmen von Menschen mit Symptomen vor Ort Sputumproben, die dann in einem zentralen Labor untersucht werden. Durch diese gemeindenahen Aktivitäten werden unerkannte Fälle gefunden und eine zeitnahe Diagnose und Behandlung sichergestellt.