Freifrau von Wiedersperg (links) und Burkard Kömm bei einem gemeinsamen Besuch in Indien, in der Mitte Mrs. Sarah Chandra (Vorstandsmitglied GLRA India)
Freifrau von Wiedersperg (links) und Burkard Kömm bei einem gemeinsamen Besuch in Indien, in der Mitte Mrs. Sarah Chandra (Vorstandsmitglied GLRA India)
Foto: DAHW

Quo vadis DAHW? Vor sechzig Jahren ließen sich die Gründer der DAHW durch das Schicksal der Menschen berühren, die so schwer unter den Folgen der Lepra zu leiden hatten. Vieles wurde seit dem erreicht im Kampf gegen die Erkrankung Lepra und ihre Folgen. Vieles, aber noch nicht alles, um das Kapitel „Aussatz“ abschließen zu können. Nach sechzig Jahren suchen wir immer noch nach einer Vorbeugung gegen die Erkrankung durch eine Impfung oder eine einfache Diagnose schon vor dem Auftreten von Erkrankungszeichen und bleibenden Schäden. Trotzdem war die DAHW in der Lage, sich anderer Menschen und ihren Erkrankungen anzunehmen, die man in den gleichen, oft sehr armen Dörfern und Hütten bei denselben Menschen antraf. Tuberkulose, Schistosomiasis, Buruli Ulcer, die Liste der armutsbedingten und vernachlässigten Krankheiten ist lang, die Behandlung und Heilung jedoch oft relativ einfach zu erreichen.


„Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel.“ - Friedrich Nietsche


Die DAHW hat in ihrer Geschichte immer den Menschen in seiner Gesamtheit gesehen und sich nicht abgewandt, wenn das Leid auch von anderen Krankheiten verursacht wurde, sondern herzhaft zugepackt und Heilung und Hilfe zur Verfügung gestellt. Klar war jedoch immer, dass der Ursprung der DAHW die Lepra war und dass man deren Bekämpfung als Ziel nie aus den Augen verloren hat.

Auch in den nächsten zehn Jahren wird sich wahrscheinlich an diesem Ziel und den damit zusammenhängenden Aufgaben nicht viel ändern. Wohl aber an dem Weg, wie das Ziel zu erreichen ist. Die WHO hat die Lepra mittlerweile zu den sogenannten „Vernachlässigten Tropenkrankheiten“ (NTDs von Neglected Tropical Diseases) gruppiert und alle endemischen Länder aufgerufen, die jahrzehntelang bestehenden Lepraabteilungen in den Ministerien aufzulösen und die Arbeit in die neu gegründeten NTD Abteilungen zu überführen.

Wie sich die Lepra im Kampf um stark begrenzte Ressourcen gegen die anderen 17 NTDs durchsetzen kann wird sich noch zeigen müssen. Idealerweise würde sich über gemeinsame Arbeitsansätze ja sogar mehr erreichen lassen als bisher. Diese „politischen“ Veränderungen werden jedoch sicher die Arbeit in den nächsten zehn Jahren sehr stark beeinfl ussen.

In ähnliche Weise wird sich die Struktur der Einnahmen der DAHW verändern. Wieviel Gutes man in Zukunft bewirken kann hängt davon ab, wie gut die Organisation in der Lage ist, über neue Finanzierungsinstrumente die Arbeit der Zukunft finanziell abzusichern.
Die sich verändernde deutsche Gesellschaft wird wohl langfristig für unsere nachhaltige Arbeit weniger Geld in Form von Spenden zur Verfügung stellen. Gleichzeitig ergeben sich Möglichkeiten, unsere gute Arbeit von Stiftungen und Entwicklungshilfeorganisationen mitfinanzieren zu lassen. Der Wandel in der Finanzierung unserer Arbeit wird die nächsten zehn Jahre sicher die Arbeit der DAHW auch vor Ort in den Ländern beeinflussen.

Trotz aller Herausforderungen und kommender Veränderungen wird die DAHW in den nächsten Jahren weiterhin ihren Weg fortsetzen, den bedürftigen Menschen in den Partnerländern zur Seite zu stehen um ihr Schicksal positiv zu verändern und um sie für ein selbstbestimmtes Leben zu stärken.

Gudrun Freifrau von Wiedersperg
Präsidentin

Burkard Kömm
Geschäftsführer