DZVT (i.G.)

Gemeinsam Armutskrankheiten stoppen!

2019 wurde im Beisein des Bundesentwicklungsministers Dr. Gerd Müller in der Würzburger Residenz der Grundstein für das neue „Deutsche Zentrum für die sektorübergreifende Bekämpfung Vernachlässigter Tropenkrankheiten“ (DZVT) gelegt.

In diesem neuen Zentrum werden erstmals Organisationen aus Wissenschaft, Kirche, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen arbeiten, um im Kampf gegen Vernachlässigte Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, NTDs) eine neue interdisziplinäre Forschungsrichtung zu erproben: die Implementationsforschung.

Ziel ist es, die Ursachen für NTDs  in den Einsatzländern der Hifsorganisationen mit wissenschaftlichen Methoden zu analysieren und gemeinsam mit den Menschen und Gemeinden vor Ort und Lösungen zu entwickeln, die das vielschichtige Gesundheitsproblem der armutsassoziierten NTDs nachhaltig und langfristig lösen.

Zwar wurden wirtschaftliche, soziopolitische und ökologische Aspekte von NTDs bereits sporadisch erforscht, jedoch nicht im sektorübergreifenden Zusammenhang und nicht über einen längeren Zeitraum hinweg.

Das DZVT wird neben der erfahrenen medizinischen Expertise auch akademische Disziplinen wie Ingenieurswesen, Soziologie, Biologie und Tiergesundheit zusammen bringen, aber auch den Bereich Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung (WASH) und die Öffentlich-Private Partnerschaft im Gesundheitssektor (Public-Private Partnerships, PPP).

Gründungsmitglieder des DZVT:

Die Expertise der DAHW

Mit über 60 Jahren Erfahrung im Kampf gegen Lepra, ist die DAHW Spezialistin für armutsassoziierte Krankheiten. Aktuell sind wir in 20 Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas aktiv, um neben Lepra weitere NTDs wie Buruli Ulcer, Chagas, Schistosomiasis, Leishmaniose, Frambösie und Lymphatische Filariose systematisch und sektorübergreifend zu bekämpfen. Besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen in schwer zugänglichen Regionen stehen dabei im Fokus.

Die Methoden und Maßnahmen der DAHW basieren auf inklusiven Konzepten, sind vielfältig, praxiserprobt und stets an den Anforderungen der Menschen vor Ort ausgerichtet. Sie reichen vom Aufbau und der Unterhaltung von Krankenhäusern über die Durchführung von Forschungs- und Sozialprojekten bis hin zur Aus- und Weiterbildung von Gesundheitspersonal sowie der Einrichtung und Betreuung nationaler Kontrollprogramme („Capacity Building“).

Der soziale Aspekt steht auch in der Arbeit mit den von NTDs betroffenen Menschen in vielen Projekten im Vordergrund: Es gilt, Vorurteile oder Diskriminierung abzubauen und betroffene Menschen wieder in ihr gewohntes Umfeld zu integrieren. Neben medizinischen Ansätzen im Bereich der Gesundheitsaufklärung und -erziehung, setzen die Fachkräfte auf Advocacy-Aktivitäten und das „Empowerment“ der Betroffenen, also die Befähigung, selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu leben. In den letzten Jahren haben zudem die Querschnittsbereiche an Bedeutung hinzugewonnen, die sich auf den Gesundheitszustand eines Menschen und die Übertragung von Infektionskrankheiten auswirken, wie beispielsweise der Themenkomplex Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH).

Gemeinsame Absichtserklärung

Würzburgs Oberbürgermeister bezeugt die Unterzeichnung fünf namhafter Akteure im Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (März 2019)

DZVT-Gründungssymposium

„Stoppt Krankheiten der Armut. Gemeinsam können wir das leisten“, so der Bundesentwicklungsminister beim Gründungssymposiums des DZVT (Juni 2019)

Vernachlässigte Tropenkrankheiten

Welche NTDs gibt es, welche dieser Krankheiten bekämpft die DAHW und wie sieht die Arbeit vor Ort konkret aus