Mit dem Erbe einen guten Zweck unterstützen

Die Frage „Was bleibt, wenn ich nicht mehr da bin?“ beschäftigt und bewegt immer mehr Menschen in unserem Land. Für die Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“ haben sich 22 gemeinnützige Organisationen zusammengeschlossen. Gemeinsames Ziel ist es, das Erbe für den guten Zweck ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Zum zweiten Mal führte die GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) im Auftrag der Initiative "Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum" eine repräsentative Studie zur Bereitschaft des gemeinnützigen Vererbens in Deutschland durch. Es wurden in der Zeit vom 27.09. - 08.10.2019 in der Bundesrepublik Deutschland, die deutschsprachige Bevölkerung befragt. Insgesamt 997 Personen zwischen 50 und 80 Jahren, davon 504 Männer und 493 Frauen. Von den Befragten haben 73,3 Prozent eigene oder adoptierte Kinder. 26,7 Prozent sind kinderlos. Die erste Studie der Initiative wurde 2013 durchgeführt.

Die wichtigsten Ergebnisse der GfK-Studie „Gemeinnütziges Vererben in Deutschland“ im Auftrag der Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“ (09.01.2020) finden Sie hier. Hinweis: Die ausführliche Ergebnispräsentation der Studie, dazugehörige Grafiken und Hintergrundmaterialien können Sie hier online herunterladen

  • Die allermeisten der Befragten, 92 Prozent, wissen, dass man sein Erbe oder einen Teil seines Erbes einer gemeinnützigen Organisation zugute kommen lassen kann. Das ist eine erfreuliche Steigerung (2013: 81 Prozent) im Grundwissen um das Erbe für den guten Zweck.
  • Ihr Erbe oder einen Teil des Erbes einem gemeinnützigen Zweck bzw. einer gemeinnützigen Organisation zu hinterlassen, können sich 2019 bereits 28 Prozent aller Befragten vorstellen (2013: 11 Prozent).
  • Noch höher ist die Bereitschaft bei denjenigen, die keine Kinder haben: Innerhalb der Personengruppe der Kinderlosen kann sich inzwischen sogar mehr als die Hälfte (52Prozent) das gemeinnützige Vererben vorstellen (2013: 34 Prozent).
  • Der Wunsch, die eigenen Angehörigen zu versorgen (2019: 75 Prozent; 2013: 83 Prozent) und die Annahme, dass das Erbe zu klein sei und man damit nichts bewegen könne (2019: 29 Prozent; 2013: 33 Prozent) sind die wesentlichen Begründungen für diejenigen, die sich gemeinnütziges Vererben nicht vorstellen können.
  • Fast die Hälfte der potenziellen Erblasser und Erblasserinnen, d.h. die Gruppe, die sich gemeinnütziges Vererben vorstellen kann, würde derzeit thematisch am ehesten den „Umwelt-, Natur-und Tierschutz“ unterstützen (2019: 49,5 Prozent; 2013: 19 Prozent). Dieser Zweck überholt damit die „Soziale Hilfe, Behinderten- und Krankenhilfe“ (2019: 42,3 Prozent; 2013: 53 Prozent).
  • Von jeweils etwa mehr als einem Fünftel (zwischen 21und 28 Prozent) werden zudem die Aspekte Kinder-und Jugendhilfe, Not-und Katastrophenhilfe, Sanitäts-und Rettungsdienste sowie Bildung, Wissenschaft und Forschung genannt. Bemerkenswert ist der Anstieg in der Gunst beim Themenbereich „Bürger-und Menschenrechte“ von 1 Prozent 2013 auf nun15 Prozent.
  • Bei der Erläuterung der Beweggründe zeichnet sich heute im Gegensatz zu 2013 eine sehr deutliche Präferenz mit über 40 Prozent für die Aussage ab: „Ich möchte meine Werte und was mir im Leben wichtig ist, weitergeben“. Drei Gründe werden ähnlich häufig – von etwa jeweils einem guten Fünftel – genannt. Hierzu gehört der Wunsch, das eigene Erbe nachhaltig anzulegen, das Bedürfnis, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, weil es einem gut ergangen ist, sowie der Wunsch, dass aufgrund fehlender Verwandter, das Vermögen nicht an den Staat fällt. Auffällig ist, dass sich im Gegensatz zu 2013 religiöse Beweggründe mehr als halbiert haben (von 19 Prozent im Jahr 2013 auf nun 8,2 Prozent).
  • Drei von zehn Befragten befürworten mehr Informationen und Transparenz. Ein überdurchschnittliches Interesse an Informationen haben allerdings mit 55,5 Prozent diejenigen, die sich das gemeinnützige Vererben persönlich vorstellen können.
  • Im Perspektivwechsel (aus Sicht der potentiellen Erben) gefragt, steigt die Akzeptanz des gemeinnützigen Vererbens in der Befürwortungvon der knappen Hälfte auf gut zwei Drittel (von 46 Prozent im Jahr 2013 auf nun 68 Prozent)

Artikel:

Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“ stellt repräsentative GfK-Studie zum gemeinnützigen Vererben in Deutschland vor.