Juni 2018

Die Frauen aus dem Dorf Gorkho Jogi in der pakistanischen Provinz Sindh finden sich regelmäßig an der Handpumpe ein, um für ihre Familien Wasser zu holen. Rund 60 Familien leben in der hinduistischen Gemeinde, in der es weder Wasser noch Strom noch Schulen gibt. Der Brunnen ist zu einem wichtigen Treffpunkt für die ansonsten eher isoliert lebenden Frauen geworden: Hier können sie sich austauschen und soziale Kontakte pflegen. Zudem sorgen die deutlich kürzeren Wege für eine körperliche Erleichterung und bringen den Frauen eine Zeitersparnis, die ihnen bei der Betreuung ihrer Kinder zugutekommt.

Installiert wurden diese und zwei weitere Handpumpen im Rahmen eines Hilfsprojekts, das die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e. V. zusammen mit dem Marie Adelaide Leprosy Center (MALC), Caritas St. Pölten sowie Caritas Österreich nach der großen Flutkatastrophe 2010 ins Leben gerufen hat. Extrem starker Monsunregen hatte im Juli und August des Jahres zu massiven Überschwemmungen in großen Teilen der Provinzen Khyber Pakhtunkhwa, Punjab, Belutschistan und Sindh geführt: Rund 20 Millionen Menschen waren betroffen, 2.000 ließen in den Fluten ihr Leben, 3.000 wurden verletzt.

Die Bevölkerung der Provinz Sindh traf es besonders hart: Die Region ist bekannt für seine Baumwoll-, Zuckerrohr-, Weizen- und Reisproduktion sowie für Viehzucht – ein Großteil der Menschen arbeitet als Tagelöhner in der Land- und Viehwirtschaft für die Waderas (Feudalherren). Die Flut zerstörte Millionen Hektar fruchtbarsten Ackerlandes, riss nahezu alle Nutztiere mit sich und spülte die Lehmhäuser davon. Den Menschen wurde jede Existenzgrundlage entzogen.

Das „Flood Reconstruction & Rehabilitation Project“, das von DAHW, MALC und Caritas von 2013 bis 2016 realisiert wurde, beinhaltete den Bau einer Wasserversorgungsanlage mit drei Handpumpen, das Anpflanzen von 500 Setzlingen im kargen Wüstengebiet sowie die Einrichtung einer Gesundheitsstation für die Bewohner aus Gorkho Jogi und aus den Nachbardörfern. Hier wurden unter anderem Würmer, Hautprobleme, Unterernährung, Anämie und Magen-Darm-Erkrankungen behandelt. Positiver Nebeneffekt des Projekts: Die hier errichtete Wasserversorgungsanlage dient nun als Grundlage für zukünftige Maßnahmen in diesem Bereich.

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