März 2018

Laila (rechts) ist an Tuberkulose erkrankt. Wochenlang wird sie im Krankenhaus von Yakowlong behandelt. Heute besucht sie zum ersten Mal ihr Mann Hamid. Seine Besuche werden selten sein, denn die Anfahrt ist lang und beschwerlich.

Lailas Mann macht sich auf den schweren Weg zum Krankenhaus.
Foto: Sabine Ludwig / DAHW

Einfach ist es nicht, nach Yakowlong in Afghanistan zu gelangen. Eigentlich liegt der kleine Ort nur fünf Fahrstunden von Kabul entfernt. Normalerweise.

Doch nicht jetzt und auch nicht in absehbarer Zeit.

Kurz hinter Kabul und entlang der Straße kontrollieren die Taliban alles, was vorbeikommt. Moderne Wegelagerer? Wohl kaum. Denn die Autofahrt ins Zentralgebirge Hazarajat sei auch für die DAHW-Mitarbeiter lebensgefährlich. Das sagt Jawad A. von LEPCO (eine Abkürzung von "Leprosy Control"), der afghanischen Partnerorganisation der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e. V. Er zieht den Flug mit der alten, klapprigen Antonov vor. Seine Heimat ist hier, das Hazarajat, genau die Gegend, in der die DAHW einige Krankenhäuser unterstützt.

Fatima zieht Kraft aus den Besuchen ihrer Tochter.
Foto: Sabine Ludwig / DAHW

Patientin Fatima ist bereits seit vier Wochen vor Ort. Gerade sitzt sie mit Mundschutz in der Herbstsonne, um sich etwas aufzuwärmen. Denn die Nächte sind kalt hier oben auf etwa 4.000 Meter. Die Tuberkulose (TB), die sie quält, wird behandelt. Die 48-Jährige Witwe sagt, dass sie sich nur langsam besser fühle, aber die regelmäßigen Besuche ihrer Tochter seien für sie ein Hoffnungsschimmer.

Husain hat im Irak gelebt und ist wieder nach Afghanistan zurück gekehrt.
Foto: Sabine Ludwig / DAHW

Diesen haben andere Patienten nicht: Zum Beispiel der alte Husain, der aus dem Iran kommt. Er wollte nur eines: Zurück nach Hause, in ein Land, das nun durch den Krieg zerstört ist. Doch er fühlte diesen Ruf der Heimat, sagt er, besonders als er nicht  mehr arbeiten konnte. Die TB hat seine Lunge zerfressen. Ob er je wieder gesund wird, ist fraglich. Er liegt mit Hose und Pullover im Klinikbett, das ist alles, was ihm von seiner Odyssee zurück nach Afghanistan geblieben ist. Wie es weitergeht? Der 66-Jährige zuckt mit den Schultern: „Inschallah, so Gott will!“

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