Mitte des Jahres

Was ist Chagas?

Die Chagas-Krankheit, benannt nach ihrem brasilianischen Entdecker Carlos Chagas, ist eine nur in Süd- und Mittelamerika potenziell tödliche Infektionskrankheit. Sie wird durch einzellige Parasiten hervorgerufen, die Herzmuskel und Hohlorgane befallen. Die Übertragung der auf den Menschen erfolgt durch nachtaktive Raubwanzen, die in den Ritzen und Dächern einfacher Häuser leben. Der Parasit nistet sich in wichtigen Organen ein und kann Jahrzehnte nach der Infektion zu irreversiblen Schäden des Herzens und des Verdauungstraktes führen. Chronisch infizierte Mütter können die Parasiten an ihre ungeborenen Kinder weitergeben. Auf dem Bild können Sie eine Raubwanze erkennen, die unter der Blüte sitzt.

Die Chagas-übertragenden Parasiten leben in Raubwanzen.
Foto: DAHW

Aufklärung und Chagastherapie

Seit 1966 unterstützt die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e. V. das Krankenhaus Monte Agudo,  das ursprünglich zur Bekämpfung der Lepra in Bolivien gegründet wurde.  Durch die sehr gute kontinuierliche Arbeit konnte die Anzahl der neu diagnostizierten Leprapatienten auf durchschnittlich sieben pro Jahr reduziert werden und das Personal stellt sich nun einer neuen Herausforderung:  Die Bekämpfung der Chagas-Krankheit im bolivianischen Chaco, der weltweit am stärksten betroffenen Region.  Über die Hälfte der erwachsenen Bewohner Monteagudos sind infiziert und in manchen entlegenen Gemeinden sind es bis zu 80 Prozent.

Aktuell  werden jährlich hunderte von Schwangeren kostenlos auf Chagas untersucht. Ihnen und den Neugeborenen wird bei Bedarf eine heilende Therapie angeboten. Auch Erwachsene im frühen Stadien der Erkrankung werden therapiert. Wegen der hohen Nebenwirkungsraten und der Angst der Patienten vor dem plötzlichen Herztod ist eine kontinuierliche und menschliche Begleitung sehr wichtig.

Durch gezielte Aufklärungsprogramme sollen noch viel mehr Menschen im Frühstadium gefunden werden. Außerdem sollen sie befähigt werden gezielt gegen strukturelle Diskriminierung wie Verweigerung von Arbeitsplätzen vorzugehen. Hierbei kann das Personal auf seine Erfahrungen und seinen überregionalen Ruf im Umgang mit stigmatisierenden Erkrankungen zurückgreifen.  Die Patienten kommen von weit her.

Neben der heilenden Therapie im Frühstadium soll in Zukunft auch Menschen mit einer fortgeschrittenen Krankheit geholfen werden.  Gemeinsam mit dem Brüderkrankenhaus  Trier wird eine kardiologische Abteilung aufgebaut - die einzige im Umkreis von sieben Autostunden. Und die einzige Kardiologie, die auch Menschen ohne Geld und Krankenversicherung eine lebensrettende Behandlung zukommen lassen wird.

Helfen Sie bei der Behandlung von Chagas Patienten mit einer Spende

Die Patienten kommen aus der ganzen Umgebung in das Krankenhaus
nach Monteagudo.