Sharing Tuesday

Mit-Teilen RETTET LEBEN

In diesem Jahr ist es noch dringender als sonst: Menschen in Not brauchen unsere Hilfe. Dabei geht es gar nicht immer darum, Geld zu spenden. Es hilft auch, aktiv zu werden, Solidarität zu zeigen und Aufmerksamkeit zu wecken.

An allen vier Advents-Dienstagen werden wir Sie über einen wichtigen Inhalt der Humanitären Arbeit der DAHW in unseren Einsatzländern informieren. Leiten Sie unsere Newsletter an Ihre Freund*innen weiter, teilen Sie unsere Beiträge bei Facebook und bei Instagram. Je mehr Sie für die DAHW interagieren, desto mehr Menschen sehen die Beiträge. Menschen, die spenden können. Damit aus stillen Beobachter*innen aktive Unterstützer*innen werden. Damit die Arbeit der DAHW und die Menschen, die unsere Hilfe brauchen, sichtbar werden.

22. Dezember: Corona-Pandemie – nur eine von vielen Barrieren

Für Menschen, die mit einer Behinderung leben, stellt eine Pandemie eine noch größere Gefahr dar als für die meisten anderen. Denn sie bedürfen eigentlich genau dem Gegenteil von Abstandsregeln und Isolation: menschlicher Fürsorge, körperlicher Hilfe und aktiver Unterstützung. Rund 80 Prozent der weltweit ca. eine Milliarde Menschen mit einer oder mehreren körperlichen Beeinträchtigungen oder Behinderungen leben in Ländern des sog. Globalen Südens und sind überproportional von extremer Armut betroffen. Sie sind es, die während der Coronakrise individuell unterstützt, beachtet und versorgt werden müssen. Alles, nur nicht vergessen!

Wie soll ein Mensch, der beim Kochen, Waschen oder Baden auf die Betreuung und körperliche Hilfe durch Familienangehörige und Freund*innen angewiesen ist, eine Quarantäne einhalten? Wie kann diesem Menschen trotz Abstandregelung geholfen werden? Wie ist es möglich, körperlich beeinträchtigte Menschen, die vielleicht auch nicht lesen können, über eine bisher unbekannte Krankheit und notwendige Hygienemaßnahmen aufzuklären? Wenn Ausgangssperren herrschen, wer holt dann Wasser am kilometerweit entfernten Brunnen für einen Menschen, der selbst nicht laufen kann, sich aber bitte die Hände regelmäßig waschen soll?

All diese Menschen sind auf unsere Unterstützung angewiesen

Die Betroffenen brauchen andere an ihrer Seite, die sich um sie kümmern – auch in Zeiten höchster Infektionsgefahr. Und nicht nur das: Die DAHW hat schnell erkannt, dass sie neue Wege gehen muss, um auch diese Menschen zu erreichen. Die „International Disability Alliance“, eine Dachorganisation, die sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen auf der ganzen Welt einsetzt, hat in ihren Forderungen genau auf den Punkt gebracht, was die Schwierigkeiten für beeinträchtigte Menschen sind und was sie jetzt dringend benötigen. „Diesen Forderungen können wir uns nur anschließen und die Empfehlungen, soweit möglich, in unseren Projekten umsetzen“, erklärt Sahayarani Antony, Fachkraft für Inklusion bei der DAHW. Darin gefordert wird zum Beispiel der Zugang zu lebensnotwendigen Gütern wie Nahrungsmitteln und Hygieneprodukten, zusätzliche Schutzmaßnahmen für Menschen mit Behinderungen und ihre Pfleger*innen, Unterstützungspakete für Menschen, die aufgrund von Ausgangsbeschränkungen nicht arbeiten gehen können, ausführliche Aufklärungsmaßnahmen und Informationsmaterialien in barrierefreien Formaten auf unterschiedlichen Kanälen.

Letzteres hat die DAHW in Nigeria zum Beispiel in Form von kurzfristig organisierten Radiosendungen umsetzen können. Im Fokus der interaktiven Live-Sendungen standen Menschen mit Behinderung und ihre ganz besondere Situation in der Corona-Krise. Infektionsschutz, Präventionsmaßnahmen für kranke Menschen und Menschen mit Behinderungen wurden live am Mikro erklärt und behandelt. Auch die Betroffenen selbst sowie ein medizinischer Berater der DAHW nahmen an der Radiosendung teil.

Ein weiteres Beispiel aus unserem Projektland Myanmar verdeutlicht, wie wichtig neue Wege der Aufklärung für die betroffenen Menschen sind. In den Geflüchtetencamps an der Grenze zu Bangladesch leben die seit vielen Jahren unterdrückten muslimischen Rohingya. Bei den Nothilfemaßnahmen wie der Verteilung von Lebensmitteln und Hygieneprodukten stellte sich heraus, wie wenig die Menschen über die globale Pandemie und das Virus wussten – zum Beispiel aufgrund eines fehlenden Internetzugangs oder weil viele Campbewohner*innen weder lesen noch schreiben können. Es ging also darum, möglichst schnell und möglichst verständlich Informationen über COVID-19 zu vermitteln. Das gelang uns weitestgehend durch Plakate, die hauptsächlich über die Bildsprache funktionieren oder in burmesischer Sprache verfasst werden, sodass die Kinder, die hier zur Schule gehen, die Texte lesen können.

Zusammenhalt mit Abstand

„Social distancing“ trifft Menschen mit Behinderung stärker als ihre Mitmenschen. Wir müssen ihnen auch und gerade in Krisensituationen zeigen, dass sie nicht alleine sind. Die DAHW kämpft mit Hilfsmaßnahmen unterschiedlichster Art Tag für Tag dafür, diesen verletzlichen Personenin diesen Zeiten möglichst „nah“ zu sein.

Lesen Sie hier mehr zu den Themen von den vorherigen Sharing Tuesdays

15. Dezember: Erschwerte Bedingungen: Medizinische Versorgung in Zeiten einer Pandemie

Die Coronakrise macht es deutlich: Selbst stabile Gesundheitssysteme wie hierzulande kommen während einer Pandemie an ihre Grenzen. In den meisten unserer Projektländer sind die staatlichen Gesundheitssysteme unterfinanziert und oft unzureichend mit Schutzmaterialien, Medikamenten und Personal ausgestattet. Auch ohne eine zusätzliche Epidemie sind die Labore und Krankenhäuser oft am Rande ihrer Belastungsgrenze.

Viele Länder des Globalen Südens, darunter auch einige unserer Einsatzländer, reagierten während der letzten Monate mit radikalen Ausgangssperren und Lockdowns, um einen vollständigen Zusammenbruch des Gesundheitssystems und anderer systemrelevanter Strukturen zu vermeiden. Kliniken und Ambulanzen wurden für die Behandlung von COVID-19 umfunktioniert oder sogar – kurzzeitig – komplett geschlossen. Die Folge: Menschen starben an eigentlich behandelbaren Krankheiten wie einer Blinddarmentzündung oder einer nicht rechtzeitig versorgten Unfallverletzung.

Wie Patient*innen versorgen, wenn man nicht zu ihnen kann?

Die Corona-Pandemie sowie die Schutzmaßnahmen zur – natürlich lebenswichtigen – Eindämmung von COVID-19 verhindern in vielen Ländern die regelmäßige und zuverlässige Behandlung der Patient*innen. Es kommt zu Engpässen bei Medikamenten, da die Vorräte der Nationalprogramme aufgrund von Lieferschwierigkeiten nicht ausreichen. Betroffene können sich den Transport zum Krankenhaus oder die Therapie nicht leisten, weil sie wegen der Lockdowns Einkommensverluste erlitten haben. In der Folge kann es zu Behandlungsabbrüchen kommen, die gerade bei Tuberkulose besonders fatal sind: So können sich Resistenzen bilden und teurere Therapien mit stärkeren Nebenwirkungen notwendig werden. Auch die aktive Fallsuche durch Ausgangssperren erschwert. Hinzu kommt die psychische Belastung von Klinikpersonal und den freiwilligen Gesundheitshelfer*innen in den Gemeinden: Der Mangel an Schutzausrüstung und das große Stigma der Viruserkrankung schüren die Angst vor einer COVID-19-Erkrankung und bedingen personelle Ausfälle.

Keine Fallsuche, keine Fallzahlen

Schon jetzt ist zu erwarten, dass in den Statistiken die Fallzahlen der an TB, Lepra oder anderen vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) erkrankten Personen zurückgehen werden. Die Dunkelziffer wird aber vermutlich um ein Vielfaches höher sein. Je weniger Menschen diagnostiziert und behandelt werden, desto mehr werden sich Krankheiten ausbreiten und zu (noch mehr) Armut, zu Behinderungen und Todesfällen führen. Es sind vor allem die Schutzmaßnahmen, die in Ländern des Globalen Südens als Brandbeschleuniger für bereits bestehende Krisen (Hunger und Armut) wirken und die globale Ungleichheit verstärken. Schwerwiegende Folgen, die noch lange spürbar sein werden.

Wo bleiben die Menschenrechte?

Das Recht auf Gesundheit und Wohlergehen ist das dritte der 17. Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), die die UN in ihrer Agenda 2030 definiert hat. „Es steht in direktem Zusammenhang mit weiteren SDGs: auch Menschen, die hungern (SDG 2) oder keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben (SDG 6) können nicht gesund leben“, so erklärt es die Bundesregierung. Vulnerablen, vernachlässigten Menschen mit armutsbedingten Krankheiten oder Behinderungen dabei unterstützen, diese Rechte wahrzunehmen – das gehört, nicht nur während einer Pandemie, zu unseren Aufgaben.

08. Dezember: Händewaschen? Sicher. Aber wo?

Die Hygieneregeln zum Schutz vor einer Corona-Infektion können die meisten Menschen hierzulande leicht umsetzen. Doch was ist mit all denen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser, Seife oder Mund-Nasen-Schutz haben? Wie können Geflüchtete in provisorischen Notlagern, Menschen in Slums oder Gefängnissen einen Mindestabstand einhalten? Wer denkt an all die Menschen mit Behinderungen, denen es an barrierefreien Toiletten oder Wasserstellen fehlt?

Dr. Irene Ayakaka ist als Ärztin für die DAHW in Uganda tätig und mit ihrem Team jeden Tag in einem anderen Distrikt im Grenzgebiet zum Kongo unterwegs, um das nationale Gesundheitsministerium beim Aufbau von WASH-Kapazitäten (Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung) zu unterstützen. Gerade in den extrem abgelegenen Gegenden des Landes, die ohne die Unterstützung von Partnerorganisationen nicht zu erreichen wären, führen solche Teams aktuell Trainings für Gesundheitsmitarbeiter*innen zu Corona-Schutz- und Präventionsmaßnahmen sowie zu den Behandlungsstrategien in der Pandemie durch. „Das eine ist, die Menschen für notwendige Schutzmaßnahmen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu sensibilisieren – das andere ist, sie mit dem Notwendigen auszustatten: ausreichend Platz, sauberes Wasser, Seife und Masken“, erklärt sie. Gleiches gilt für das Gesundheitspersonal: Nur wenn die Mitarbeiter*innen in den Krankenhäusern und Gesundheitsstationen über medizinisches Fachwissen zu COVID-19 und ausreichend Schutzausrüstung verfügen, können sie die Patient*innen in der Pandemie weiter versorgen.

Jeder Mensch hat das Recht auf Wasser und Sanitärversorgung

Obwohl es ein Menschenrecht ist, haben immer noch über zwei Milliarden Menschen keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Das ist jeder dritte Mensch weltweit. Über vier Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu intakten und sauberen Toiletten. Eine mangelhafte Sanitärversorgung ist die Hauptursache für die Verschmutzung von Wasser mit Krankheitserregern! Nicht ohne Grund ist die „Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle“ eines der wichtigen 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN. In der Arbeit der DAHW sind Maßnahmen im WASH-Bereich zu einem wichtigen Element in der Bekämpfung und Eindämmung vernachlässigter Krankheiten geworden.

Doch wo fängt man an?

Seit Ausbruch der globalen Pandemie hilft die DAHW dort, wo die Not am größten ist. Neben Uganda ist auch Afghanistan mit seinem geschwächten Gesundheitssystem ein solcher „Corona-Brennpunkt“. Bereits im Februar 2020 hat die afghanische DAHW-Partnerorganisation LEPCO eine Workshopreihe konzipiert, die auf Anforderungen in der Corona-Krise vorbereitet und hilft, Kapazitäten aufzubauen. In Äthiopien versorgen wir mit unseren Partnern vor Ort besonders gefährdete Personengruppen mit lebensrettender Nahrung und mit Hygieneartikeln. „Um speziell Menschen mit leprabedingten Behinderungen in der Krise beizustehen haben wir in Bisidimo im Osten und in Shashamane im Süd-Osten des Landes in den letzten Wochen 1.640 Haushalte mit jeweils 50 kg Mais, vier Stück Waschseife und vier Stück Badeseife versorgt“, berichtet Temesgen Woyessa von der DAHW in Ost-Afrika im Oktober.

Hygienemaßnahmen einhalten zu können, ist essenziell, wenn man sich vor Krankheiten wie COVID-19 schützen will. Doch während wir hierzulande über „richtiges“ Händewaschen diskutieren, wären andere froh, überhaupt eine Möglichkeit dazu zu haben. Diese Menschen auch und gerade während der Pandemie nicht zu vergessen, ist die tägliche Aufgabe der DAHW. Ein Ziel, das es mehr als wert ist, weitergesagt und unterstützt zu werden.

01. Dezember: Es werden mehr Menschen an Hunger sterben als an Corona

690 Millionen Menschen leiden aktuell laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) an Hunger. Schätzungen zufolge ist davon auszugehen, dass sich diese Zahl bis 2030 nicht – wie in den Zielen für nachhaltige Entwicklung definiert – gegen Null bewegt, sondern auf über 840 Millionen ansteigen wird (etwa 9,8 Prozent der Bevölkerung). Mit 381 Millionen lebt die die Mehrheit der unterernährten Menschen auf der Welt in Asien, gefolgt von Afrika mit 250 Millionen hungernden Menschen. Und die Corona-Pandemie verschärft diese Situation noch zusätzlich.

Und dann kam Corona

„COVID-19 wirkt wie ein Brandbeschleuniger“, so die Präsidentin der Welthungerhilfe Marlehn Thieme bei der Vorstellung des Welthunger-Index 2020 in Berlin. In den DAHW Einsatzländern in Afrika und Asien ist genau dies das Problem. Die Menschen hier sind vom direkten Broterwerb abhängig. Einfaches Umstellen auf Homeoffice, Kurzarbeit oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt es hier nicht. Wer nicht arbeitet, verdient kein Geld. Wer kein Geld verdient, kann sich und seine Familie nicht ernähren. Wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wie Ausgangs- und Kontaktsperren, sind viele Existenzen gefährdet. Die Pandemie schwächt nicht nur die Menschen, sondern verstärkt auch die ohnehin vorhandenen Defizite in den Ernährungssystemen – von der Produktion, über die Verteilung bis hin zum Konsum. „Vulnerable Personengruppen, die aufgrund von Krankheit, Behinderung oder hohem Alter nicht in der Lage sind, für sich und ihre Familien zu sorgen, trifft es besonders hart“ weiß DAHW-Geschäftsführer Burkard Kömm.

Die DAHW hilft, wo sie kann

Mit kurzfristigen Hilfsmaßnahmen versuchen wir, die Auswirkungen der Pandemie für die Menschen in unseren Projekten soweit es geht zu begrenzen und ihr Überleben zu sichern. Dazu gehört auch die Verteilung von Lebensmitteln wie in den Slums von Ost Delhi und Ghaziabad in Indien. Im Umkreis von 5 km um das GLRA-Büro konnten dadurch insgesamt 600 Menschen versorgt werden, hauptsächlich Tagelöhner, Kinder und Menschen mit Behinderung. Über 120 Familien erhielten Nahrungsmittel von je einem Wochenbedarf, der über die erste Not hinweg hilft. „Der Bedarf ist viel größer als wir dachten“, berichten die Kolleg*innen von vor Ort. Und er wird ständig größer.

Bitte weitersagen!

Helfen Sie uns, zu helfen: abonnieren Sie unseren Newsletter und leiten Sie unsere Sharing-Tuesday-Newsletter an Ihre Freund*innen und Bekannte weiter. Unterstützen Sie uns auch in den sozialen Netzwerken: durch Likes, Markierungen, aber vor allem durch das Teilen unserer Beiträge und Hashtags. Helfen Sie der DAHW dabei, sichtbar zu werden. Je mehr wir sind, desto mehr können wir erreichen.

MIT-TEILEN KOSTET NICHTS UND HILFT UNFASSBAR VIEL!

Wir informieren Sie ca. einmal im Monat über aktuelle Themen zu unseren Projekten und vieles mehr.