Tansania

Die „Vereinigte Republik Tansania“ ist der fünftgrößte Staat auf dem afrikanischen Kontinent. Das am Indischen Ozean gelegene Land mit rund 56 Millionen Einwohner*innen gliedert sich in 31 Verwaltungsregionen, fünf davon sind auf Sansibar. Sansibar selbst hat innerhalb Tansanias einen Sonderstatus, das drückt sich in einem eigenen Parlament und in einem eigenen Präsidenten für diesen Teilstaat aus.

Allgemeine Informationen

Fläche: 947.300,00 km²
Einwohnerzahl: 56,32 Millionen
Durchschnittliche Lebenserwartung: 65
Pro Kopf Einkommen: 1.020 USD/Jahr
Human Development Index (HDI): Rang 159/189

Quelle BMZ

Die DAHW koordiniert in Tansania von ihrem Büro in der Küstenstadt Daressalam aus die Programme und Projekte im Land (eine kleine Auswahl ist in der Karte dargestellt). Sie ist im nationalen Tuberkulose- und Lepra-Programm (NTLP) integriert. Die Programme im Bereich der gemeindenahen inklusiven Entwicklung („Community Based Inclusive Development“, CBID) kommen landesweit zur Umsetzung.

Spezielle Programme zu Lepra gibt es zurzeit in den Regionen Mtwara, Lindi und Morogoro. Im Bereich der Tuberkulose (TB) sind wir im Großraum Daressalam mit der Partnerorganisation Pasada und in der Verwaltungsregion Ruvuma in den Distrikten Mbinga und Tunduru aktiv. Im Fokus der Arbeit stehen die aktive Fallfindung, die Behandlung und Begleitung von Betroffenen sowie Aufklärungskampagnen zur Stigma-Reduzierung.

Im Großraum Mwanza am Viktoriasee wird seit 2016 gemeinsam mit dem Missionsärztlichen Institut, der Stadt Würzburg und mit finanzieller Unterstützung der Else Kröner-Fresenius-Stiftung ein Projekt gegen die Wurmkrankheit Schistosomiasis realisiert. Hierzu gehören auch Maßnahmen in den Bereichen Wasser, Sanitär und Hygiene sowie Bildung und Aufklärung.

Daneben wurden im Bereich „Soziales“ zum Beispiel der Bau von Vor- und Grundschulen sowie deren Ausstattung mitunterstützt, unter anderem in Nyabange und Nandanga.

Neueigkeiten aus Tansania

Tätigkeit der DAHW seit 1958

In Tansania ist die DAHW als GLRA German Leprosy and Tuberculosis Relief Association schon seit sechs Jahrzehnten aktiv. Heute unterhält sie ein Länderbüro in Daressalam. Von diesem aus sichern die Mitarbeiter*innen in Tansania und Deutschland die Qualität der von der DAHW unterstützten Projekte und verwalten die zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel – von privaten Spender*innen, öffentlichen Gebern (z. B. BMZ) oder Stiftungen (z. B. Else Kröner-Fresenius-Stiftung).

Die Geschichte der DAHW in Tansania:

1958

Eine Lepra-Station im Süden Tansanias, die zum Kloster Peramiho der Missions-Benediktiner gehört, wird finanziell von der DAHW unterstützt. Schnell kommen weitere Lepra-Projekte hinzu.

1977

Die DAHW wirkt bei der Gründung des nationalen Tuberkulose- und Lepra-Programms (NTLP) mit. Sie finanziert u.a. Lepra-Medikamente, Autos und Motorräder für die Fallsuche und bildet tansanische Mitarbeiter*innen aus.

1987

Das NTLP wird Modell-Programm der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

1994

Die holländische Organisation NLR zieht sich aus ihren Projekten im Norden Tansanias zurück. Die DAHW übernimmt die Verantwortung für deren Projekte.

1995

Die DAHW erweitert offiziell ihr Mandat von Lepra auf Tuberkulose (TB).

2001

Die DAHW initiiert und organisiert den ersten TB-HIV-Kollaborationsworkshop in Bagamoyo für Vertreter*innen von WHO, NTLP und des nationalen tansanischen HIV-Programms.

2008

Die DAHW Tansania übernimmt das Konzept der gemeindebasierten Rehabilitation und Inklusion von Menschen mit Behinderung und nimmt auch Menschen in den Fokus, deren Behinderungen nicht lepra-bedingt sind.

2009

Zur Umsetzung des neuen Inklusionskonzeptes bildet die DAHW Tansania Mitarbeiter*innen des Sozialministeriums und der lokalen Partnerorganisationen aus.

GESAMTINVESTITIONEN

Abgerechnet 2018: 570.326,00 Euro
Geplant 2019: 509.414,00 Euro

Aktuelles

Heute folgen alle von der DAHW unterstützten Projekte mit sozialen Komponenten der gemeindebasierten Rehabilitations- und Inklusions-Strategie.

  • Aufbau und staatliche Anerkennung von 57 Selbsthilfegruppen von Menschen mit Behinderung.
  • Reintegration von 120 von Lepra betroffenen Familien aus Lepra-Siedlungen in „normale“ Dörfer.
  • Wiederherstellende Chirurgie und Versorgung mit Gehhilfen und Prothesen für 2.655 von Lepra betroffenen Patient*innen.
  • 94.500 spezielle Schuhe für von Lepra betroffene Menschen mit gefühllosen Füßen.
  • 3.765 Kinder mit Behinderung und aus von Lepra betroffenen Familien erhalten Zugang zu Schul- und Berufsausbildung (Kindergarten, Grundschule, weiterführende Schulen, Hochschule, Universität, Lehrlingsstellen).

Die DAHW wird bei ihrer Arbeit in Tansania auch vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) unterstützt. Im Besonderen in der Region Shirati durch das Projekt: „FÖRDERUNG UND INKLUSION VON PERSONEN MIT BEHINDERUNGEN IN DIE MEHRHEITSGESELLSCHAFT“.