Afghanistan

Tätigkeit der DAHW seit 1971

Für an Lepra oder TB erkrankte Menschen unterstützt die DAHW seit vielen Jahren die Hospitäler der Christusträger-Bruderschaft. Von den ursprünglich drei Krankenhäusern existiert aufgrund der politischen Lage heute nur noch eines. 1984 hat Dr. Ruth Pfau von Pakistan aus die Organisation LEPCO gegründet, um damit – gemeinsam mit der DAHW – ein nationales Lepra-und später Lepra- und TB-Kontrollprogramm in Afghanistan aufzubauen. Doch auch dies konnte durch die Wirren von Kriegen und Bürgerkriegen nie wirklich vollendet werden, zum Leidwesen der an Lepra und TB erkrankten Menschen.

Aktive Fallsuche mit mobilen Teams in den schwer erreichbaren Bergregionen

Trotz einer Verbesserung des Gesundheits- und Bildungsstatus sind Qualität und Zugänglichkeit von Gesundheitsdiensten je nach Infrastruktur und Sicherheitslage in Afghanistan ungleich verteilt. Gemeinsam mit dem lokalen Partner LEPCO konzentrieren wir uns deshalb auf die „weißen Flecken“ in dem kriegsgebeutelten Land, wo es keine staatlichen Gesundheitseinrichtungen gibt.

So wie im zentralen Hochland, in der Bergregion Hazarajat, wo die Hazara leben, die aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit sozial und wirtschaftlich benachteiligt, marginalisiert und diskriminiert werden. Zwar ist LEPCO hier präsent, aber die Kliniken und die öff entlichen Gesundheitsdienste liegen weit entfernt in kleinen Dörfern und die Menschen müssen tagelange, teure und gefährliche Fußmärsche zurücklegen, um eine medizinische Versorgung zu erhalten. Insbesondere Frauen und Kinder sind daher von bestehenden Gesundheitsdiensten ausgeschlossen.

Eine Lücke, die es zu füllen gilt.

Um im Rahmen unserer Maßnahmen zur Früherkennung und Behandlung von Lepra, Tuberkulose und weiterer vernachlässigter Krankheiten wie Leishmaniose auch Bewohner*innen extrem abgelegener Gebiete zu erreichen, führen mobile Teams neben der aktiven Fallsuche weitere sogenannten Outreach-Aktivitäten durch, die außerhalb der Gesundheitsstationen stattfi nden. Damit auch Frauen und Kinder untersucht und behandelt werden können, hat LEPCO eigens weibliches Gesundheitspersonal ausgebildet, das die Teams begleitet. Zusätzlich werden Frauen über gesunde Ernährung, Stillen und wich tiges Gesundheitswissen im Wasser-, Sanitär- und Hygienebereich (WASH) aufgeklärt.

Sie dienen als wertvolle Multiplikatorinnen, um die erworbenen Kenntnisse an die Bevölkerung weiterzutragen und so indirekt die 2,2 Millionen Einwohner*- innen des Hazarajat zu erreichen. 2019 konnten von rund 11.000 TB-Verdachtsfällen ca. 44 Prozent getestet werden, mehr als die Hälfte der diagnostizierten Fälle war weiblich. Ziel ist es, die Lebenssituation der Menschen insgesamt zu verbessern und die Entwicklung der Region voranzubringen.

Aktuelles aus der DAHW-Projektarbeit in Afghanistan