Kolumbien

Tätigkeit der DAHW seit 1960

Nicht allein die Anzahl von neu an Lepra erkrankten Menschen macht die Arbeit der DAHW in Kolumbien notwendig, sondern auch die schlechte Infrastruktur und das oftmals fehlende Bewusstsein für diese Krankheit innerhalb des staatlichen Gesundheitssystems. Darüber hinaus sind Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit leprabedingten Behinderungen üblich, so dass die Arbeit der DAHW weit über rein medizinische Aspekte hinausgeht. Die instabile politische Lage im Land und die oft bewaffnet ausgetragenen Konflikte erschweren die Arbeit, weil dadurch vielen Patienten der Zugang zu Diagnose und Therapie unmöglich gemacht wird. 

Aktuelles

In Kolumbien arbeitet die DAHW mit mehreren Partnern zusammen, darunter neben dem nationalen Lepra-Kontrollprogramm auch die Ministerien für Gesundheit und Soziales sowie einigen Universitäten. Durch eine bessere Ausbildung von medizinischem Personal soll es mehr Sicherheit bei der Lepra-Diagnose geben. Für die erkrankten Menschen ist der Zugang zu Diagnose und Therapie wichtig, besonders die Prävention von Behinderungen.

Von Lepra betroffene Menschen bekommen durch die DAHW aktive Unterstützung bei ihrer beruflichen Aus, und Weiterbildung, damit sie trotz des Stigmas der Krankheit Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben oder sich in ihren Berufen selbständig machen können. Alberto Rivera, bislang Büroleiter der DAHW in Kolumbien, wurde 2015 DAHW-Repräsentant für Südamerika.

Artikel zu Kolumbien

Frauen und Müttern auf der Flucht helfen

„Mit Liebe und Würde geboren werden“, so lautet der Titel des humanitären Hilfsprojekts in Kolumbien. Die politische und wirtschaftliche Lage im benachbarten Venezuela verschlechtert sich weiter. Laut UN haben mehr als 5,1 Millionen Venezolaner*innen (Stand Mai 2020) das Land verlassen, wobei allein Kolum bien mit mehr als 1,6 Millionen (Quelle UNHCR) einen Großteil der Migrant*innen aufnimmt. Im Bundesstaat Norte de Santander wurden nach Angaben der Regierung bis März 2019 bereits 176.695 Gefl üchtete gezählt. Ein großer Teil von ihnen sind Frauen, schwanger und/oder mit kleinen Kindern. In dem von ständigen sozialen Spannungen geprägten Departement Norte de Santander ist die Situation für alle Gefl üchteten schwierig – doch vor allem die Schwan geren und Frauen, die kürzlich entbunden haben, leben unter katastrophalen Bedingungen. Es mangelt an Hygiene, sicheren Schlafplätzen und gesunder Ernährung. Emotionaler Stress setzt Müttern wie Babys gleichermaßen zu, hinzu kommen unsichere Zukunftsaussichten und mangelndes Wissen über Unterstützungsmöglichkeiten.

Die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe hilft den Frauen und ihren Familien auf sehr unterschiedliche Weise. So erhalten sie zum Beispiel spezielle Kits (Pakete) mit wichtiger Erstausstattung nach der Entbindung wie Kleidung, Decken, Windeln, Tüchern usw. In persönlichen Gesprächen und Vorträgen informieren wir die Frauen über ihre Rechte, den Zugang zu Gesundheitsdiensten, Krankheitsprävention und vieles mehr. Darüber hinaus unterstützen wir die Frauen beim Aufbau einer Gemeinschaft. Neben dieser pragmatischen Hilfe etablieren wir rund um die Arbeit der DAHW ein Netzwerk in dieser Region.

Ein Bündnis mit einem wichtigen lokalen Kooperationspartner konnten wir bereits schließen. Die Fluchtströme und die miserable Situation von Gefl üchteten werden uns in dieser Region sicher noch viele Jahre in unserer Arbeit begleiten.

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