Nigeria

Tätigkeit der DAHW seit 1964

Die DAHW hat in Nigeria anfangs punktuell in vielen Missionskrankenhäusern den an Lepra erkrankten Menschen geholfen und ihnen dort Zugang zu Diagnose und Therapie ermöglicht. 1991 wurden diese Strukturen zum Aufbau eines nationalen Lepra-Kontrollprogramms genutzt, das heute ein kombiniertes Lepra- und TB-Programm ist. 

Aktuelles

In ungefähr einem Drittel des Landes arbeitet die DAHW mit ihren Partnern für an Lepra oder TB erkrankte Menschen, die restlichen Landesteile sind durch ILEP-Partner der DAHW abgedeckt oder durch politisch-religiöse Spannungen (Boko Haram) nicht immer zugänglich.

Die DAHW und ihre Partner waren maßgeblich am Aufbau eines Programms gegen Buruli Ulcer beteiligt. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf früher Diagnose und richtiger Behandlung, damit durch Buruli keine Behinderungen entstehen. Mehr als die Hälfte aller Patienten sind Kinder.

Für TB-Patienten ist die hohe Rate an HIV-Infektionen eine große Gefahr. Diese Ko-Infektion ist nur sehr schwierig, langwierig und kostspielig zu behandeln. Der nigerianische Arzt Dr. Joseph Chukwu arbeitet seit mehr als 20 Jahren für die DAHW und koordiniert die Zusammenarbeit mit den Nationalprogrammen und die angewandte Forschungsarbeit.

Viele große Geldgeber wie der Global Funds, Family Health International 360, TB Reach oder das Kindermissionswerk vertrauen der DAHW und unterstützen ihre Arbeit in Nigeria durch Kofinanzierungen.

Die Webseite von GLRA-Nigeria finden Sie hier: http://glra.org.ng/

Nachrichten aus Nigeria

Bei der nationalen Tuberkulose- und Lepraarbeit Lücken schließen

Laut „Global Tuberculosis Report“ der Weltgesundheitsorganisation WHO von 2019 ist Nigeria eines der 30 Länder mit der höchsten Tuberkulose-Belastung weltweit. Doch nur etwa 24 Prozent der TB-Fälle im Land werden entdeckt und behandelt, folglich über 300.000 TB-Fälle übersehen – darunter eine beträchtliche Anzahl an Kindern. Das kombinierte Lepra- und TB-Nationalprogramm wird von der ni gerianischen Regierung nicht ausreichend fi nanziert und deshalb von der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe unterstützt. Allerdings führte die Finanzierung des TB-Bereiches automatisch zu einer Vernachlässigung der Lepra-Aktivitäten.

Deshalb folgt dieses Projekt einem zweigleisigen Ansatz: Einerseits stellen wir Lepra-Patient*innen umfassende Hilfsmaßnahmen bereit, andererseits schließen wir gezielt Lücken in der TB-Arbeit des TB-Programms. Unter anderem wurden 50 Gesundheitsfachkräfte und 44 Mitarbeiter*innen auf natio naler, bundesstaatlicher und Distriktebene geschult. Sie helfen, Kontaktpersonen von TB-Patient*innen zu ermitteln und Behandlungsunterbrechungen durch persönliche Betreuung zu verhindern. Zudem unterstützen wir die operative Forschung sowie die Präventionstherapie (TB Preventive Treatment, TPT) für Kinder unter fünf Jahren und sorgen für die dauerhafte Stromversorgung der Laboratorien, in denen die TB-Diagnose mit „GeneXpert“-Testgeräten durchgeführt wird.

In 36 Distrikten wurden auf diese Weise 2019 insgesamt 5.910 TB-Patient*innen gemeldet, darunter 462 Kinder (7,8 Prozent). Von etwa 88 Prozent der TB-Patient*innen mit einem positiven Befund konnten die Kontaktpersonen ausfi ndig gemacht und ebenfalls getestet werden – ca. 22 Prozent (2.193) der diagnostizierten TB-Fälle. Zudem gelang es, 410 Kindern eine präventive TB-Therapie (TPT) zu ermöglichen – deutlich mehr als eigentlich angestrebt.

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