Togo

Tätigkeit der DAHW seit 1964

Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium hat die DAHW in Togo ein Lepra-Kontrollprogramm aufgebaut. Aus dieser flächendeckenden Versorgung ist später das kombinierte Kontrollprogramm gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTD) integriert ist, sowie das nationale TB-Kontrollprogramm.

Aktuelles

Der Schwerpunkt der DAHW-Arbeit hat sich von Lepra auf TB und Buruli Ulcer verlagert. Von der Krankheit Buruli Ulcer sind zumeist Kinder unter 15 Jahren betroffen. Warum, ist ebenso unbekannt wie unerforscht, ebenso wie die Übertragungswege dieser seltenen Krankheit. Gemeinsam mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin Hamburg und dem ILEP-Partner Fondation Follereau Luxembourg (FFL), arbeitet die DAHW für die betroffenen Patienten. Für eine bessere Diagnose haben die Partner gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium ein Labor in der Hauptstadt Lomé mit entsprechend hochwertigem Material ausgestattet. Im Bereich Tuberkulose liegen die Schwerpunkte auf einer verbesserten Diagnose im Basis-Gesundheitsdienst sowie die TB-Patienten in Gefängnissen. Hier stellt die DAHW sicher, dass die an TB erkrankten Menschen ihre Medikamente bis zum Ende der Therapie regelmäßig bekommen und auch einnehmen. Nur so kann die Entstehung gefährlicher Resistenzen verhindert werden.

Artikel zu Togo

Aktive Fallsuche um Betroffene zu finden

Im Sinne der ganzheitlichen Strategie der Weltgesundheitsorganisation WHO zur Kontrolle kutaner (hautbezogener) vernachlässigter Tropenkrankheiten (NTDs) stehen in diesem Projekt Lepra, Frambösie (Yaws) und Buruli Ulcer gleichermaßen im Fokus. Medizinisches und nicht-medizinisches Fachpersonal in endemischen Dörfern wird geschult, die aktive Fallsuche und das systema tische Ermitteln und Untersuchen der Kontaktpersonen von Lepra-Patient*innen verstärkt. Im Vergleich zum Vorjahr konnten wir mit 124 deutlich mehr von Lepra Betroffene entdecken und registrieren als im Vorjahr (78). Zudem über 4.236 andere Fälle von Hautkrankheiten, darunter zum Beispiel über 70 Fälle von Krätze (Scabies).

Neben der konkreten Arbeit mit und für die Betroffenen unterstützt die DAHW das Gesundheitsministerium und die nationalen NTD-Programme in den Bereichen Sensibilisierung, Bewusstseinsbildung, Fallfi ndung, Diagnose und Patient*innen-Management. Gemeinsam entwickeln wir einen integrierten Ansatz, der große Synergiepotenziale birgt. Diese fi nden sich auch im Bildungssektor: Hier wurden in 40 Schulen Sensi lisierungskampagnen und zugleich Gesundheitsuntersuchungen der Schulkinder durchgeführt. 9.878 Schulkinder und Lehrkräfte konnten erreicht, 2.569 Einzeluntersuchungen vorgenommen und 1.037 Fälle von Hautverletzungen behandelt werden. Zusätzlich zu diesen Kampagnen erhielten von NTDs betroff ene Kinder eine Unterstützung für ihre Ausbildung und 58 Kinder, darunter 30 Mädchen, spezielle Kits mit Schulausstattung.

Die Erkenntnisse des Projekts fließen aufgrund der engen Zusammenarbeit mit dem togoischen NTD-Programm auch in nationale Richtlinien zur NTD-Kontrolle und Versorgung ein. Zudem wirkt sich der Ausbau der Kapa zitäten zur Buruli-Kontrolle in Togo auch positiv auf das Nachbarland Nigeria aus: In Zusammenarbeit mit der DAHW Nigeria konnten 233 Proben von Verdachtsfällen zur Nachweisbestätigung in Labore in Togo eingereicht werden.

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